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Das ist für die Klimaschutsiedlung in Leichlingen geplant

Klimaschutzsiedlung in Leichlingen : Das ist in Dierath geplant

Projektentwickler André Kleinpoppen sieht in einer Klimaschutzsiedlung in Dierath acht Parzellen als möglich an. Es gibt deutliche Vorgaben für Häuslebauer.

Mehr als 500 Interessenten soll es laut Aussagen des Investors André Kleinpoppen für sein Bauvorhaben in Dierath geben. Er selbst will eines der acht Einfamilienhäuser in der Klimaschutzsiedlung beziehen. Dass die Politik sein Vorhaben nicht mehrheitlich unterstützt, verwundert den Leichlinger Grundstücksentwickler: „Das ist kein Projekt, mit dem jemand Geld verdienen kann. Es geht uns lediglich darum zu zeigen, dass es auch ökologisch und klimafreundlich geht.“

Sein Projekt, gibt er zu, könne nicht mitten in der Stadt auf versiegelten Flächen realisiert werden. Dass die ausgewählte Fläche in Dierath schlecht angebunden und zu weit außerhalb sei, monieren die politischen Gegensprecher. Konkret will Kleinpoppen auf dem 6600 Quadratmeter großen Areal jeweils acht Parzellen von 450 bis 500 Quadratmetern zur Verfügung stellen, auf denen sich die Häuslebauer ihre Traumhäuser eigenständig bauen können – nach vorgegebenen Regeln. So sollen etwa nur ökologische Baustoffe für den Bau des Eigenheims verwendet werden dürfen, zudem gehören zu jedem Haus eine Anliegerwohnung und maximal ein Stellplatz. Wünschenswert wäre die Nutzung eines Elektrofahrzeugs, doch das, sagt Kleinpoppen, könne er den künftigen Eigentümern nicht vorschreiben. Dennoch soll die Siedlung für die Nutzung von E-Autos und Fahrräder konzipiert werden: Eine Station für Lastenfahrräder hat Kleinpoppen aus der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung mitgenommen.

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Für Besucher der Siedlung sind Carports mit Dachbegrünung und Photovoltaikanlage vorgesehen. Auch eine E-Tankstelle, die auch von Siedlungsauswärtigen genutzt werden darf, beinhaltet Kleinpoppens Plan. Die benötigte Energie in der Siedlung will der Grundstücksentwickler durch Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und zentrale Speicher selber produzieren, sodass die Siedlung energetisch autark ist und den überschüssigen Strom der Siedlung an die Energieversorger verkaufen kann.

Niederschlagswasser soll zur Gartenbewässerung und Toilettenspülung genutzt werden. Zu seiner Klimasiedlung gehört zudem der Grundsatz, dass keine unnötigen Flächen versiegelt werden sollen. „Steingärten oder Keller aus Beton wird es bei uns nicht geben.“ Darüber hinaus will er auf einer 1,3 Hektar großen Ackerfläche eine Permakultur anlegen, mit der sich die Siedlungsbewohner, aber auch alle übrigen Nachbarn in Dierath selbst versorgen können. „Jeder darf da ohne Pacht tätig werden, sähen und ernten“, sagt Kleinpoppen.

Der Traum eines klimafreundlichen und ökologischen Lebens hat seinen Preis, soll allerdings nicht nur den Wohlhabenden vorbehalten sein, betont Kleinpoppen auf Nachfrage. „Die Grundstückspreise sind deutlich geringer als irgendwo anders in Leichlingen. Ich würde sagen, dass sich eine Familie den Grundstückskauf und Hausbau leisten kann, denn es soll keine Siedlung für reiche Grünenwähler sein.“Der Hausbau in der Klimasiedlung, kalkuliert Kleinpoppen, könnte möglicherweise 15 Prozent teurer sein als für ein gewöhnliches Haus, allerdings ließen sich die Kosten durch einige Fördermittel schmälern. „Und auf Dauer betrachtet ist das Wohnen in einer Klimaschutzsiedlung mit eigenen Energieerzeugnissen günstiger.“

Die Klimaschutzsiedlung an anderer Stelle zu bauen, wie beispielsweise die SPD fordert, sagt André Kleinpoppen, sei nicht so einfach, denn nicht überall lasse sich kalte Naturwärme erzeugen.