Das Alte Rathaus in Leichlingen kann nicht nur zum Stadtmuseum werden

Soziokulturelles Zentrum soll entstehen : Das Alte Rathaus kann nicht nur zum Stadtmuseum werden

Bürgermeister Frank Steffes erläuterte auf der Versammlung des Freundeskreises Stadtmuseum, dass nur ein soziokulturelles Zentrum förderfähig ist.

„Über diesem Gebäude wird nicht „Museum“ stehen. Das kann sich die Stadt nicht leisten.“ Auf der Jahreshauptversammlung des Freundeskreises Stadtmuseum hat Bürgermeister Frank Steffes am Dienstag klargestellt, dass das Alte Rathaus an der Neukirchener Straße zu einem sozio-kulturellen Bürgerzentrum und nicht zu einem Stadtmuseum entwickelt werden soll. Dafür erntete er deutliche Kritik des Museumsvereins. Genutzt werden könnten die Flächen laut Steffes für Veranstaltungen wie Lesungen, Kleinkunst oder zeitlich befristete Ausstellungen, außerdem für eine Dauerausstellung im rund 30 Quadratmeter großen Ausstellungsraum im Erdgeschoss. Dieser stünde auch für ein Museum zur Verfügung. Grundsätzlich aber solle das Nutzungskonzept flexibel bleiben, damit es möglichst viele örtliche Vereine für Veranstaltungen, Besprechungen oder Tagungen nutzen könnten.

Mit dieser Idee nicht einverstanden zeigten sich die Mitglieder des Freundeskreises, die seit zehn Jahren die Idee verfolgen, ein Museum für die Stadtgeschichte zu schaffen. Der Freundeskreis strebe etwas „Langfristiges“ an, 30 Quadratmeter seien für ein Stadtmuseum viel zu klein, in dem Gebäude seien bei diesem Konzept keine Dauerausstellungen möglich. Und: Ohne die Klärung der Raumfrage brauche man nicht mit der Umsetzung anfangen. „Das ist nicht in unserem Sinne, damit können wir unsere Ideen ad acta legen“, betonten die Museumsfreunde. „Wir möchten nicht in Konkurrenz zu anderen Dingen treten“, sagte Vereinsvorsitzende Birgitt Färber. Es gehe zwar auch mit der kleinen Fläche im Erdgeschoss und zeitlich begrenzten Ausstellungen weiter, langfristig aber strebe man eine andere Lösung an.

Ein anderes Hindernis für ein Stadtmuseum in dem historischen Gebäude liegt in der Finanzierung der 1,2 Mio. teuren Sanierung: Die Kommunalaufsicht würde die von der Stadt angestrebte Förderung von 60 Prozent ablehnen, stellte sie das Gebäude nur für ein Museum zur Verfügung. „Andere Vereine möchten dasselbe Nutzungsrecht haben“, betonte Steffes. Man müsse Kompromisse finden, sich absprechen und alle Ehrenamtler unterstützen. „Lassen Sie uns gemeinsam das soziokulturelle Bürgerzentrum entwickeln“, rief er zum Dialog auf.

Bei der Versammlung wurde die Vorsitzende Birgitt Färber in ihrem Amt bestätigt, Stellvertreter sind Richard Kuntze und Kurt Kaiss. Otto Büchel ist Schatzmeister.