Crew lädt Kinder und Jugendliche zum offenen Theaterprojekt ein

Offenes Theaterprojekt für Kinder und Jugendliche : Ein niedlicher Bösewicht klaut das Glück

Der Verein Crew bietet ein Theaterprojekt für Kinder und Jugendliche an, bei dem alles selbst gemacht wird – von der Geschichte bis zur Kulisse.

Lisa hat sich ein altertümliches langes Kleid und eine kürzere Alternative aus der Klamottenkiste gefischt. Was ist wohl die geeignete Verkleidung für ihre Rolle? „Ich spiele die Mutter von Schneewittchen“, hat sich die Neunjährige überlegt. Ihre gleichaltrige Freundin Frieda will ein Bösewicht sein, „aber ein niedlicher kleiner Hase“. Der hat den Märchenfiguren das Glück geklaut. Soweit die noch ziemlich rudimentäre Vorstellung von der Handlung ihres Theaterstücks, das ganz allmählich entwickelt werden soll. Und zwar weitgehend von den Teilnehmern des offenen Theaterprojekts, das der Verein „Crew – Erlebnis & Freizeit“ im Naturfreundehaus Am Block anbietet.

Offenes Angebot, das bedeutet: Kommen und Gehen ist jederzeit möglich. Vorsichtshalber setzt Teamsprecher Kevin Schmitz hinzu: „Beim Verlassen des Projektgeländes (Haus & Terrasse) endet allerdings unsere Aufsichtspflicht.“ Auf diese Weise ein eigenes Kinder- und Jugendtheater in Leichlingen aufzubauen, geht nicht von heute auf morgen. Deswegen macht sich das Leitungsteam, das aus acht ehrenamtlichen Helfern im Alter zwischen 13 und 36 zusammensetzt, auch keinen Termindruck. Ziel ist eine Aufführung, aber die werde sicher nicht vor einem Jahr sein. Zumal die teilnehmenden Kinder wirklich alles selbst machen sollen, mit Unterstützung natürlich. Egal, ob Bühnenausstattung, Technik, Maske, Kostüme, Requisite, Kulisse oder was im
Theater sonst so nötig ist, soll in Eigenleistung entstehen. Die Geschichte sowieso.

Darum kümmert sich hauptsächlich Thea Zeiske, die Ideengeberin dieses neuen Crew-Projekts ist, in das gerne weitere Kinder einsteigen können, die Spaß am Entwickeln von Geschichten, am Theaterspiel oder den handwerklichen Tätigkeiten rund um die Bühne haben. Die 15-Jährige Crew-Mitarbeiterin hat eigene Erfahrungen im Fach Szenisches Spiel an der Opladener Marienschule gesammelt, die sie hier weitergeben möchte. Das waren zunächst Improvisationsübungen, die den Beteiligten helfen sollen, Sicherheit zu gewinnen und sich vollständig auf eine andere Rolle einzulassen.

Nach den Sommerferien hat die Gruppe beim Brainstorming Ideen gesammelt. Und da sind die Vorstellungen von Inhalt und beteiligten Personen durchaus unterschiedlich, wie die Klebezettel zeigten. Da stand das Stichwort „Bösewicht“ genauso wie der Wunsch nach einem Happy End oder die Idee, die Brüder Grimm zum Familientherapeuten zu schicken. Einig wurde man sich darin, Figuren aus dem Märchenreich zu benutzen, aber in eine eigene Geschichte einzubeziehen. Darin soll das Glück aus dem Märchenland geklaut werden. Es gab auch schon eine Idee, wie das auf der Bühne, für die bereits ein Mauerstück und ein Brunnen gebaut wurden, sichtbar gemacht werden könnte: Mit Hilfe eines Lichts.

Nächste Woche geht es weiter mit allen, die Lust und am Freitagnachmittag Zeit haben, einfach vorbeizukommen. Eine kleine Bühne und die Beleuchtungstechnik sind bereits vorhanden. Jetzt sind Fantasie und Lust am Theater gefragt.

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