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Corona: Leichlinger bieten Nachbarschaftshilfe an

Gemeinschaft in der Coronakrise : Leichlinger bieten Nachbarschaftshilfe an

Am Freitag saß Dorothee Schmitz mit ihren Senioren zum vorerst letzten Mal zusammen. Wie lange sich die Besucher des Mittagstischs im Café Strieker nun nicht mehr sehen können, vermag die 66-Jährige nicht zu sagen.

Im Zuge der Corona-Pandemie muss der wöchentliche Treff — wie so vieles derzeit — ausfallen.

Für die Senioren, die alle Mitte 70 und älter sind, ist der Zirkel eine schöne Gelegenheit für ein Essen in geselliger Runde. Schmitz leitet den Treff ehrenamtlich wie im Übrigen auch das Bewegungsangebot  „Fit für 100“ im Altenzentrum Hasensprungmühle. „Wir waren alle einer Meinung, dass die Veranstaltungen vorerst nicht mehr stattfinden“, sagt Schmitz. Nicht zuletzt, weil insbesondere die älteren Menschen besonders gefährdet seien.

Für ein, zwei Frauen habe sie schon vor Corona von Zeit zu Zeit Einkäufe übernommen, „ich biete das auch weiterhin an“. Sorgen um die Senioren macht sie sich indes nicht. „Wir in Leichlingen haben eine gute Gemeinschaft. Ich erlebe, dass die Familienangehörigen einspringen und helfen.“

Darüber hinaus bieten inzwischen viele Privatpersonen an, dass sie für Kranke, Ältere und Alleinstehende Besorgungen erledigen, wenn diese das Haus nicht mehr verlassen können. Diese private Unterstützung wird vor allem über die sozialen Netzwerke wie Facebook organisiert, wo Menschen auch in diversen Gruppen ihre Hilfe anbieten. Das reicht vom Einkaufen bis hin zu Hilfen für Hundebesitzer. „In der Not stehen wir Leichlinger zusammen“, schreibt beispielsweise ein Mann in der Gruppe „Leichlinger InfoForum“ und sammelt dort Ideen. „Wie ich das mitbekomme, sind die Menschen gut vorbereitet“, sagt Schmitz. „Aber klar: Die Dramatik kann noch kommen, wenn die Einschränkungen zunehmen.“

Bürgermeister Frank Steffes rief in einer Ansprache zur Solidarität mit den am meisten gefährdeten Menschen auf — und appellierte an die Bürger, „mitzuwirken, die Ausbreitung des Virus einzudämmen bzw. hinauszuzögern“. Gleichzeitig warb er um Verständnis für die Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Die Stadt hat dazu eine Hotline eingerichtet. Unter der Rufnummer 02175 992 992 können sich Bürger von montags bis donnerstags von 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr sowie freitags von 8 bis 12.30 Uhr melden und Fragen zu Dienstleistungen der Stadt stellen.