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Corona: Eltern sauer über Schließung der Kita Förstchen in Leichlingen

Ganze Einrichtung zu statt nur die betroffene Gruppe : Corona: Eltern sauer über Schließung der Kita Förstchen

Warum ist die ganze Kita zu, wenn nur eine Erzieherin betroffen ist?, fragen die Eltern. Und eine Grundschulklasse in der Stadt wird in Quarantäne geschickt. Eine Lehrkraft ist infiziert.

In einer Leichlinger Grundschule ist ein Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilt der Kreis am Donnerstag mit: „Die Lehrkraft hatte sich prophylaktisch vor Schulbeginn einem freiwilligen Abstrich unterzogen.“ Weil es bei Testauswertungen derzeit lange Wartezeiten gebe, keine Symptome vorlagen „und es keine Vorgaben gibt, bei einem Prophylaxe-Abstrich nicht arbeiten zu dürfen, hat die Lehrkraft am Mittwoch unterrichtet“, heißt es. Donnerstag kam das positive Ergebnis. „Nach den Ermittlungen des Gesundheitsamtes... hat die Lehrkraft sich verantwortungsbewusst verhalten.... Es wurden besonders die Abstandsregeln beachtet und überwiegend, vor allem bei drohender Unterschreitung des Mindestabstands, eine Schutzmaske getragen.“ Für die Kinder der betreffenden Schulkasse bestehe nur ein geringes Infektionsrisiko. Dennoch lässt das Amt a) bei den Kindern einen Abstrich vornehmen und b) die Klasse in Quarantäne. Die Eltern wurden informiert. „Wer keinen Anruf erhalten hat bzw. erhält, ist nicht betroffen.“

Eine Gruppe in Quarantäne, nicht die ganze Einrichtung, so hätten sich das Eltern der Kita Förstchen Anfang der Woche gewünscht. „Eine Erzieherin ist betroffen, warum ist alles geschlossen?“, moniert eine Mutter. „Laut Ministerin Giffey sollte das das äußerte Maß sein und ansonsten nur die betroffene Gruppe schließen“, sagt die 34-Jährige.

Die Stimmung unter den Eltern sei mies. Denn „seit Herbst heißt es aus der Kita, wir sollen die Kinder möglichst zu Hause lassen wegen Personalnotstands. Während des Notbetriebs hat es den Hinweis auch an Eltern mit sytemrelevanten Berufen gegeben, die Kinder lieber zu Hause zu behalten. Unser Geduldsfaden ist mittlerweile sehr dünn.“ Eltern fragen ich: „Wo ist das Corona-Schutzkonzept geblieben? Wir haben Verständnis, wenn es einen Corona-Fall gibt, aber kein Verständnis, dass mit der Gesundheit unserer Kinder jongliert wird.“ Laut der Leichlingerin habe die Erzieherin eine Gruppe betreut, aber auch eine Betreuungssituation mit einem Kind einer anderen Gruppe gehabt. Dieses habe wiederum ein Geschwisterchen in einer dritten Gruppe. „Das kann nicht sein, dass über Gruppen hinweg betreut wird“, moniert die Familie. „Das sind Dienstvergehen.“ Ein Gespräch mit der Stadt habe keine konkreten Ergebnisse gebracht. „Ich erwarte, dass es eine Flächendesinfektion gibt und Back-up-Personal, damit die Kita am Montag wieder aufmacht“, sagt die Mutter.

Stadtchef Frank Steffes räumt ein: „Fünf Erzieher sind in Quarantäne. ich kann verstehen, dass es für die Eltern befremdlich ist, dass die Kita zu ist, aber das ist eine Entscheidung des Kreisgesundheitsamtes.“ Dass die Erzieherin Kontakt zu Kindern außerhalb ihrer Gruppe gehabt haben soll, „darüber haben wir keine Kenntnis, das muss das Gesundheitsamt klären“, ergänzt er. Am Montag werde mit den verfügbaren Mitarbeitern ein eingeschränkter Betrieb ermöglicht, die Eltern sollen den Bedarf anmelden. Steffes betont, dass keine Hilfskräfte eingesetzt würden, wie es gerüchtehalber heißt. „Sollte die Zahl der Mitarbeiter nicht reichen, werden Erzieher anderer Kitas für die Kita Förstchen eingeteilt.“