Chef des Leichlinger "Grammo-Festivals" mit 60 Jahren gestorben

Fritz Rüber gestorben : Abschied vom Festival-Chef

Fritz Rüber, Hauptorganisator des Grammo-Musikfests, ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Sein Sohn will die Traditionsveranstaltung fortführen.

Wenn in diesem Jahr zu Pfingsten das zwölfte Grammo-Festival gefeiert wird, dann fehlt die wichtigste Person überhaupt: Fritz Rüber, Initiator und ehemaliger Wirt der legendären Musikkneipe „Grammophon“ – liebevoll „Grammo“ genannt. Nach langer Krankheit ist er am vergangenen Samstag im Alter von 60 Jahren gestorben. Rüber hinterlässt seinen Sohn Joshua und die Töchter Lea und Kira. Im Sinne seines Vaters wird Joshua (22) das dreitägige Festival weiterhin organisieren. „Damit das Festival noch lange fortbesteht“, kündigte Rüber im Vorjahr weitsichtig an, als er den Auszubildenden der Kreissparkasse Köln erstmals in das Management einbezog. „Mein Vater hätte noch viel mehr Zeit gebraucht“, sagte Joshua tief erschüttert, „er hatte noch so viele Pläne.“

Geboren im September 1959 wuchs Fritz Rüber in Leverkusen-Quettingen auf, kickte als Stürmer beim TuS Quettingen und wechselte später zur ersten Mannschaft des SC Leichlingen, sein Fußballer-Herz aber schlug stets für Schalke. Nachdem er seine Schulzeit mit der Fachhochschulreife an der Höheren Handelsschule beendete, ließ sich Fritz Rüber als Bürokaufmann bei Bayer ausbilden. Er blieb weitere vier Jahre in der Personalabteilung, jobbte in seiner Freizeit aber unter anderem in der Opladener Kneipe „Cotta Nova“, dem früheren „Cottage“.

Der Zufall wollte es, dass er sich als „Grammophon“-Wirt selbständig machen konnte. Ehe sich Rüber voll und ganz auf seine Aufgabe als Gastwirt konzentrierte und seinen Wohnsitz nach Leichlingen verlegte, blieb er parallel dazu weitere fünf Jahre bei Bayer. Kultstatus genoss das „Grammo“ an der Uferstraße – ähnlich wie das „Topos“ an der Hauptstraße in Wiesdorf  – vor allem wegen der Auftritte von Live-Bands. Mehr als 25 Jahre stand Rüber hinter der Theke, erlebte in dieser Zeit einige Höhen und Tiefen. Zuletzt litt er Qualen, als „sein“ Grammo – Stammgäste bezeichneten es oft als „meine zweite Heimat“  – im Jahr 2018 dem Erdboden gleich gemacht wurde. Leichlinger Investoren hatten das Grundstück gekauft, um dort barrierefreie Wohnungen in direkter Citylage zu errichten.

Schließlich konzentrierte sich Rüber voll und ganz auf die Führung des Open-Air-Festivals im Leichlinger Stadtpark, das bei freiem Eintritt in jedem Jahr tausende Besucher anlockte. Durch den Getränkeverkauf konnte der Veranstalter seine Kosten meistens decken. Warf das Fest tatsächlich einmal Gewinn ab, reinvestierte er die Summe, um das nächste Highlight des Jahres für Musikfreunde aus Leichlingen und Umgebung abzusichern. Genauso will es sein Sohn halten.

Die Beerdigung von Fritz Rüber ist im kleinen Kreis geplant.