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Leichlingen: CDU will stadteigenen Rettungsdienst

Leichlingen : CDU will stadteigenen Rettungsdienst

Städte ab 25 000 Einwohnern können einen eigenen Rettungsdienst unterhalten. Die CDU beantragt diese Änderung jetzt für Leichlingen, das bislang mit der Kreisverwaltung und mit Leverkusen bei der Notarztversorgung kooperiert.

Den Rettungsdienst, der in Verantwortlichkeit des Rheinisch-Bergischen Kreises vorgehalten wird, möchte die CDU Leichlingen stattdessen vorzugsweise in Regie der Stadtverwaltung Leichlingen überantworten. Dazu stellt CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Wagner jetzt einen Antrag an Bürgermeister Frank Steffes. Ziele seien eine bessere notärztliche Versorgung für die Bürger, die Verbesserung der Einsatzzeiten des rettungsdienstes sowie Stärkung und Aufrechterhaltung der Freiwilligen Feuerwehr Leichlingen.

Die Christdemokraten meinen, dass ein kommunaler Rettungsdienst auch zugleich eine Attraktivitätssteigerung für die Freiwillige Feuerwehr Leichlingen bedeuten könne. Für einen in der Hauptwache Am Wallgraben denkbaren Rettungsdienst mit 17 Mitarbeitern aus der Freiwilligen Feuerwehr " könnte somit eventuell der Einsatz von hauptberuflichen Feuerwehrleuten, die allein die Stadt Leichlingen bezahlen müsste, vermieden werden", meint Wagner.

Die Kosten für den Rettungsdienst (bauliche Anlagen, Fahrzeuge, Personal) werden nach Ansicht der CDU von den Krankenkassen übernommen. Das gelte auch für das Personal einer städtischen Rettungswache, meint Wagner und schlägt außerdem vor, eine "Ambulanzstelle" für die Bevölkerung in der Feuerwache Am Wallgraben einzurichten.

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Der Stadtrat soll möglichst in seiner nächsten Sitzung am 26. Februar, spätestens aber bis zu den Sommerferien, über den Antrag der CDU befinden, durch Kommunalisierung des Rettungsdienstes einen zusätzlichen Rettungswagen von der Hauptwache Am Wallgraben aus zu betreiben. Der bereits an der Friedrichshöhe stationierte Rettungswagen soll laut CDU ebenfalls im Einsatz bleiben. Denn der Rheinisch-Bergische Kreis habe dort das Deutsche Rote Kreuz mit den rettungsdienstlichen Aufgaben beauftragt.

Nach Kenntnis der CDU hat die Nachbargemeinde Burscheid bereits einen zweiten Standort für einen zusätzlichen Rettungswagen benannt. Wagner verweist auf den bereits 2011 beschlossenen Bedarfsplan für den Rettungsdienst. Darin sei für den Versorgungsbereich Leichlingen/Burscheid die Zielrichtung vorgegeben, die Vorhaltezeit eines zweiten Rettungswagens auf täglich 24 Stunden auszudehnen und dafür zwei neue Standorte in Leichlingen und Burscheid einzurichten. Die Stadt Leichlingen verwies an den Kreis, der zuständig für das Rettungswesen sei. Kreispressesprecherin Birgit Bär sagte auf Nachfrage: "Wir warten darauf, dass uns Leichlingen einen Vorschlag für einen Standort für einen zweiten Rettungswagen macht." Alle Kommunen mit mehr als 25 000 Einwohnern könnten dem Gesetz nach auch ihr eigenes Rettungswesen aufbauen. Gemeinden wie Overath und Rösrath hätten das auch bereits prüfen lassen, aber dann davon Abstand genommen. Bislang habe keine der acht Städte des Rheinisch-Bergischen Kreises einen kommunalen Rettungsdienst, berichtet Bär,

Allerdings besteht zwischen der Stadt Leverkusen und dem Rheinisch-Bergischen-Kreis eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Gestellung eines Notarzt-Einsatzfahrzeuges (NEF). Die gilt aber nur für die Versorgung durch den Notarzt und nicht für den Rettungsdienst. In der Praxis wird dazu häufig der am St. Remigius in Opladen stationierte Notarzt im Bedarfsfall alarmiert. Die Gebiete in Leichlingen, die von Leverkusen aus mit versorgt werden, sind großflächig und reichen über das gesamte Innenstadtgebiet bis hinauf nach Witzhelden. Ausgenommen ist nur der "Zipfel" mit den Ortsteilen Kuhle und Höhscheid.

(RP)