Leichlingen: CDU wagt Neuanfang mit Helmut Wagner

Leichlingen: CDU wagt Neuanfang mit Helmut Wagner

Die Führungsfrage in der CDU ist geklärt: Helmut Wagner ist neuer CDU-Fraktionsvorsitzender in Leichlingen. Wagner, seit rund einem Jahr im Stadtrat, wurde einstimmig zum Fraktionsvorsitzenden bestimmt (wir berichteten). Sein Stellvertreter ist der bisherige Fraktionschef Dominique Rondé. "Es freut mich sehr, dass die Fraktionskollegen dem gesamten neuen Fraktionsvorstand ihr Vertrauen einstimmig ausgesprochen haben und mich zum neuen Vorsitzenden gewählt haben", gab der 47-Jährige am Mittwoch in einer Presseerklärung bekannt.

Die Besetzung und einstimmige Wahl des Vorstandes zeigten, dass nun "die letzten Unstimmigkeiten in der Fraktion" ausgeräumt wurden. "Wir werden uns nun auf unsere Arbeit und die Oppositionsarbeit konzentrieren", betonte der Wirtschaftsgeograph, der als Projektentwickler für eine Düsseldorfer Firma arbeitet, die bundesweit Einkaufszentren plant.

Der CDU-Politker kündigte an, die CDU werde sich zunächst intensiv mit den Etat-Beratungen befassen. "Unsere Beratungsmaxime ist die Senkung des strukturellen Defizits, damit Schulden abgebaut und nicht unseren Kindern und Enkelkindern aufgebürdet werden." Wagner kündigte an, in den kommenden Tagen und Wochen auch den neuen Parteivorstand und die CDU-Mitglieder in die Diskussion mit einzubinden.

Bürgernähe stehe für den zweifachen Familienvater ganz oben auf der Agenda. "Wie in letzter Zeit mit Bürgeranliegen umgegangen wurde, ist für mich nicht akzeptabel." Genauso falsch sei es, "wichtige Entscheidungen in unserer Stadt hinter verschlossenen Türen und mit nur wenigen ausgesuchten Personen zu fällen".

Die CDU werde sich intensiv für die Interessen und Wünsche der Leichlinger Bürger einsetzen, betonte Wagner. "Dazu zählt selbstverständlich auch die Forcierung der Planung eines Lebensmittelmarktes am Standort Trompete."

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Wichtige Bausteine für die Entwicklung der Stadt Leichlingen, wie der Bau der Wuppertreppe und die Neugestaltung des Alten Stadtparks sind in weite Ferne gerückt oder sogar gar nicht mehr finanzierbar. "Ursache hierfür ist das selbstverständliche Festhalten der Verwaltung an einem privaten Investment, nämlich der umstrittenen Bebauung des Neuen Stadtparks."

Die CDU werde auch in Zukunft selbstverständlich die Bebauung des Neuen Stadtparks ablehnen. "Der Bürgermeister wird von uns aufgefordert endlich darzulegen, ob es überhaupt noch einen ernsthaften und seriösen Investor für dieses Areal gibt oder ob wir diese nicht finanzierbare Schreckensvision endlich zu den Akten legen können", betonte Wagner.

Die Neuwahl des Fraktionsvorstands wurde überwiegend positiv aufgenommen: Durch die einstimmige Wahl sei die Hoffnung entstanden, "dass der neue Fraktionsvorsitzende jetzt die Unterstützung des neuen Fraktionsvorstandes erhält und sich die CDU nicht wieder aufspaltet", sagte Bundestagsabgeordneter Wolfgang Bosbach auf Anfrage. Rondés Rücktritt verdiene Respekt: "Er hat den Weg frei gemacht für einen Neuanfang."

Herbert Reul nannte die Neuwahl eine "kluge Lösung". "Mit der Aufstellung kann sich die CDU wieder um die wirklichen Probleme kümmern", betonte der Europaabgeordnete. Nun könne der zweite Schritt, die Neuwahl des Parteivorstandes weiter gut vorbereitet werden.

(RP/ac)
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