Leichlingen: CDU verwarnt Ratsfrau Odenthal

Leichlingen : CDU verwarnt Ratsfrau Odenthal

Wegen abweichenden Abstimmungsverhaltens hat Heide Odenthal eine Rüge ihrer Fraktion erhalten.

Am Ende stand ein deutliches Ergebnis: Mit sieben zu drei Stimmen hat sich die Leichlinger CDU-Ratsfraktion in ihrer Sitzung am Dienstagabend dafür entschieden, ihrem Mitglied Heide Odenthal eine formelle Rüge auszusprechen.

Doch so klar, wie es das Abstimmungsverhalten nahe legt, sah es im Verlauf der zweieinhalbstündigen heftigen Aussprache im CDU-Bürgertreff lange Zeit nicht aus. Fraktionschef Frank Hake und sein Stellvertreter Rainer Hüttebräucker hatten zwischenzeitlich sogar mit ihrem Rücktritt gedroht, sollte das Verhalten des langjährigen CDU-Ratsmitgliedes ohne Konsequenzen bleiben.

"So geht's nicht weiter"

Odenthal wird für die schwere Abstimmungsniederlage verantwortlich gemacht, die die Christdemokraten am 9. Juni im Leichlinger Stadtrat beim Thema "Stadtpark-Bebauung" erlitten hatten. Trotz einer angeblich einstimmig verlaufenen Probeabstimmung der CDU am Abend zuvor hatte die Politikerin in zwei wichtigen Punkten im Stadtrat später gegen ihre Fraktion gestimmt.

"So ein Verhalten können wir nicht einfach tolerieren", erläuterte Hüttebräucker gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Die Rüge sei ein klarer Hinweis: "So geht's nicht weiter." RP-Informationen zufolge hatten er sowie seine Fraktionskollegen Stefan Clemen und Andreas Heusner sogar den Ausschluss Odenthals gefordert. Im Vorfeld der "intensiven Diskussion", wie Hüttebräucker berichtet, habe es aber einen Beschluss des Fraktionsvorstands gegeben, auf diese Maßnahme zu verzichten. Daraufhin hätten sich die Antragssteller noch einmal zur Beratung zurückgezogen und den drohenden Ausschluss aus der Ratsfraktion schließlich in eine Rüge umgewandelt.

Das Ergebnis von sieben zu drei Stimmen bewertet der Fraktionsvize auch als Indiz dafür, dass die große Mehrheit gewillt ist, "jetzt wieder mit vereinten Kräften Politik zu machen". Aber auch die drei Nein-Stimmen wollte er gestern nicht als grundsätzliche Verweigerung verstanden wissen: "Ich glaube, dass jetzt Prozesse auf beiden Seiten angestoßen worden sind", sagte er, die am Ende wieder zu größerer Einigkeit führen könnten.

Zukunft offen gelassen

Ob dies auch für die gerügte Heide Odenthal gilt, konnte Hüttebräucker nicht sagen. Sie hatte seinen Angaben zufolge zwar erklärt, dass sie an ihrem Ratsmandat und den damit verbundenen Funktionen festhalte — ob dies aber im Sinne der CDU oder "im Sinne der eigenen Person" geschehe, habe sie am Dienstagabend offen gelassen.

(RP/rl)
Mehr von RP ONLINE