Leichlingen: CDU stimmt sich mit deutlichen Worten auf Superwahljahr ein

Leichlingen : CDU stimmt sich mit deutlichen Worten auf Superwahljahr ein

Scheinriesen, Fake-News und "A-Partei": Die nordrhein-westfälische und die Leichlinger CDU kämpfen im Superwahljahr 2017 gegen etliche virtuelle und reale Kontrahenten. Bodo Löttgen, Generalsekretär der Landes-CDU, erklärte gestern beim Neujahrsempfang der örtlichen Christdemokraten, wie die Partei ihnen begegnen will. Zu den Scheinriesen der aktuellen Landesregierung aus SPD und Grünen, die - in Anlehnung an ein Kinderbuch unberechtigt Größe und Stärke für sich beanspruchten - zählte Löttgen unter anderem das SPD-Ziel aus dem Jahr 2010, "kein Kind zurückzulassen". Tatsächlich aber lebten heute 35.000 Kinder mehr von Hartz IV als noch vor sieben Jahren.

Auch die "industrielle Revolution" und die Digitalisierung sei in dieser Zeit nicht weit gediehen: NRW lande mit einem Wirtschaftswachstum von null Prozent auf dem letzten Platz im Bundesländer-Vergleich, der Breitbandausbau werde nur unzureichend finanziell unterstützt. Zu den Kernthemen im CDU-Landeswahlkampf zählte Löttgen daher Sicherheit, Wirtschaftsförderung, Digitalisierung und Bildung. "Mit uns wird es kein Schutzwesten-Bingo mehr geben", kündigte er mit Blick auf die seiner Meinung nach schlechte Ausrüstung der Polizei an. In die Bildungspolitik will er mehr Ruhe und weniger Systemwechsel bringen.

Auch zur Flüchtlingspolitik bezog er Stellung: Wer Anrecht auf Asyl habe, werde mit offenen Armen aufgenommen, die anderen müssten allerdings gehen. Wer in Deutschland bleiben dürfe, habe sich an die Regeln zu halten: "Hier macht nicht der Prophet die Gesetze und Frauen werden mit Respekt behandelt", sagte Löttgen. Eine Koalition mit Linken oder AfD schloss der CDU-Generalsekretär definitiv aus und bezeichnete sie als Demokratiefeinde.

Für den Leichlinger CDU-Vorsitzenden Maurice Winter steht das Jahr 2017 derweil unter dem Motto "am Ball bleiben". Leichlingen müsse vorangebracht werden. Eine geeignete Infrastruktur auch für ältere Mitbürger will die CDU mit der (Wieder-)Ansiedlung eines Vollsortimenters in der Innenstadt schaffen. Das Eicherhofsfeld zu bebauen halten die Christdemokraten hingegen für keine gute Idee.

Im Zuge des Breitbandausbaus wird sich die Partei für die Entwicklung hin zum "digitalen Rathauses" einsetzen, so dass sich viele Angelegenheiten künftig auch online erledigen lassen. "Wir brauchen ein Leitbild für Leichlingen", forderte Maurice Winter in mittel- und langfristiger Perspektive.

Karnevalsprinz Mike I., der mit seiner Equipe bei der CDU am Sonntag zu Gast war, brachte den Besuchern indes etwas mit, was die Christdemokraten im Wahljahr erst noch unter Beweis stellen müssen: Spaß mit seinem Programm.

(inbo)
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