Leichlingen: CDU-Ratsherr Godejohann tritt ab

Leichlingen: CDU-Ratsherr Godejohann tritt ab

Der Vorsitzende des Schul- und Sportausschusses, Ludger Godejohann, hat sein Ratsmandat niedergelegt – aus Verärgerung über die CDU-Ratsfraktion, in der er gegenseitigen Respekt vermisst. Die Aktion hatte turbulente Folgen.

Der Vorsitzende des Schul- und Sportausschusses, Ludger Godejohann, hat sein Ratsmandat niedergelegt — aus Verärgerung über die CDU-Ratsfraktion, in der er gegenseitigen Respekt vermisst. Die Aktion hatte turbulente Folgen.

Die Leichlinger CDU kommt weiterhin nicht zur Ruhe: Gestern gab der Vorsitzende des Schul- und Sportausschusses, Ludger Godejohann, bekannt, dass er "mit sofortiger Wirkung" sein Ratsmandat zurückgebe. Darüber hinaus lege er alle in diesem Zusammenhang übernommenen Ämter sowie Mitgliedschaften nieder, teilte der CDU-Politiker in einem Schreiben an Bürgermeister Ernst Müller mit.

"Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", betont Godejohann, der in der Leichlinger CDU allgemein zum konservativen Flügel gezählt wird. "Ich habe jedoch feststellen müssen, dass mir meine Arbeit in der Fraktion und im Rat insbesondere in den letzten Wochen immer schwieriger und weniger zielorientiert gemacht wurde."

Toleranz vermisst

Und dann wird er konkreter: "Ich vermisse von Einigen vor allem den gegenseitigen Respekt und die notwendige Toleranz von Andersdenkenden. Es ist mir dadurch nicht mehr möglich, meine politischen Werte, Vorstellungen und Ideen zu beraten und umzusetzen." Ein deutlicher Seitenhieb auf die Grabenkämpfe, die in der CDU nunmehr seit vielen Wochen toben und nach dem Rücktritt gestern sogar noch an Schärfe zunahmen.

Der Rücktritt Godejohanns wirft die Frage auf, wer dessen Ratsmandat nun übernimmt. Bei der Leichlinger Stadtverwaltung hieß es dazu gestern auf Anfrage, laut der Kandidatenliste der vergangenen Kommunalwahl sei Christiane Rosin die erste Wahl. Dann folgt der derzeitige Fraktionsgeschäftsführer und sachkundige Bürger Helmut Wagner.

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Vor Godejohann hatten bereits Andreas Heusner und Rainer Hüttebräucker Rücktritte angekündigt. Heusner ließ in einer Pressemitteilung wissen, er lege den Vorsitz im Ausschuss für Bauwesen, Umweltschutz und Planung (BUS) nieder, Hüttebräucker wollte zum Jahreswechsel sein Amt als CDU-Fraktionsvize aufgeben.

Im Gegensatz zu Ludger Godejohann haben aber weder Heusner noch Hüttebräucker ihren Ankündigungen bisher offenbar auch wirklich Taten folgen lassen, wie Bürgermeister Ernst Müller gestern bestätigte: "Von keinem der beiden hat die Stadt bisher eine Erklärung erhalten, obwohl wir mehrfach darum gebeten haben. Ein kurzer Dreizeiler hätte genügt. Aber ein Statement in der Presse reicht nun mal nicht."

So habe die Stadt Hüttebräucker beispielsweise dessen erhöhte Aufwandsentschädigung als Fraktionsvize für Januar bereits angewiesen. "Das Geld können wir später natürlich wieder zurückfordern, aber so etwas macht zusätzlich Arbeit und ist einfach nicht nötig", sagt Müller.

Wie es bei der CDU weitergeht, dürfte spannend zu verfolgen sein. So ging es nach RP-Informationen nach Godejohanns Erklärung gestern turbulent bis dramatisch zu. Fraktionsgeschäftsführer Helmut Wagner forderte demnach Fraktionschef Frank Hake am Abend zum sofortigen Rücktritt auf. Dieser hatte bei der Mitgliederversammlung im Dezember eh angekündigt, in diesem Frühjahr aus beruflichen Gründen den Vorsitz abzugeben.

Hake selbst wiederum soll Andreas Heusner aufgefordert haben, die Fraktion zu verlassen. Entschieden wurde gestern offensichtlich nichts — die Fraktion soll aus Mangel an Teilnehmern nicht beschlussfähig gewesen sein.

(RP/rl)
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