Leichlingen: CDU-Chefin Bein kandidiert nicht mehr

Leichlingen: CDU-Chefin Bein kandidiert nicht mehr

Die Vorsitzende des CDU-Stadtverbands, Dr. Daniela Bein, wird bei der nächsten Wahl für das Amt des Parteivorsitzes nicht mehr zur Verfügung stehen. Grund sei die sich immer mehr zuspitzende Situation innerhalb der Fraktion.

CDU-Chefin Daniela Bein hat am Montagabend bei der Vorstandssitzung der CDU bekannt gegeben, dass sie bei der nächsten Wahl nicht mehr für das Amt des Parteivorsitzes zur Verfügung stehen wird.

Überrascht zeigte sich gestern von der Nachricht niemand: "Ich kanns nachvollziehen", kommentierte CDU-Fraktionsvorsitzender Dominique Rondé Beins Entscheidung auf Anfrage. "Ich finde es aber respektabel, dass sie ihre Legislaturperiode zu Ende führen wird", betonte Rondé, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Vorstandssitzung teilnahm.

"Ausschlaggebend für meine Entscheidung bei der kommenden Vorstandswahl nicht mehr kandidieren zu wollen ist die sich seit einem Jahr immer mehr zuspitzende Situation innerhalb der Fraktion", begründete Bein ihre Entscheidung. Hinter der CDU Leichlingen liege ein turbulentes Jahr, das vor allem "durch intrigante Interventionen unserer Fraktion gezeichnet ist", die nun unweigerlich dazu führten, dass die Fraktion der CDU Leichlingen auseinanderfalle, heißt es in einer schriftlichen Erklärung Beins.

Die CDU-Chefin sagte gestern im RP-Gespräch, dass sie dem Parteivorstand vorgeschlagen habe, ein Gremium zu gründen, welches sich "kurzfristig mit der Besetzung für den neu zu wählenden Vorstand" auseinandersetzen solle. "Darüber, ob sich ein solches Gremium finden wird, haben wir am Montag nicht diskutiert", sagte Bein.

"Das werden wir bei der Mitgliederversammlung Anfang Dezember thematisieren", sagte die 35-Jährige, die betonte, dass sie "ihre Verantwortung bis zum Ende wahren" möchte und in Ruhe einen Nachfolger finden wolle. Der Parteivorstand werde bis dahin in der aktuellen Zusammensetzung weiterarbeiten.

Die Naturwissenschaftlerin war im vergangenen Jahr mit 44 von 51 möglichen Stimmen gewählt worden. Die Hoffnung damals: Die Neue, die als politische Quereinsteigerin galt, möge helfen, die zerstrittene Ratsfraktion und damit auch die Partei wieder zu versöhnen und schlagkräftig zu machen. Schon nach wenigen Monaten entzündete sich jedoch intern Kritik an der Art, wie die Vorsitzende ihr Amt ausfüllte.

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Unmittelbar vor Beginn der von heftigen Auseinandersetzungen bestimmten Mitgliederversammlung im April diesen Jahres hatte Bein offenbar selbst nicht mehr daran geglaubt, noch weitermachen zu können Der Ärger scheint inzwischen nicht mehr nur auf die Fraktion beschränkt, auch der Vorstand des CDU-Stadtverbands scheint zerstritten (wir berichteten).

Das sagten Politiker gestern zum Rückzug Daniela Beins und zur Zukunft der CDU: "Ich finde es schade, aber man muss ihre Entscheidung akzeptieren", sagte Herbert Reul. Die Aufgabe der CDU sei es jetzt, überlegt nach einem Nachfolger zu suchen: "Es muss jemand mit hoher Autorität sein, der bereit ist, sich der schwierigen Aufgabe zu stellen", betonte der Europaabgeordnete. Bürgermeister Ernst Müller: "Was in der CDU passiert, kann man nur mit Sorge betrachten, weil darunter der ganze Stadtrat leidet."

Leichlingens Altbürgermeister Karl Reul: "Es tut mir leid, dass Bein aufhört, vielleicht fehlte ihr die politische Erfahrung."

Hans Gonska (SPD): "Mit dem Rückzug habe ich schön länger gerechnet. Es waren keine kommunalpolitischen Akzente zu erkennen."

CDU-Kreisvorsitzender Rainer Deppe: "Ein kompletter Neubeginn würde der CDU gut tun. Ich denke da weniger an Personen als an den Umgang miteinander."

(RP/rl)