Leichlingen: Café Büchel: Neueröffnung mit Backtradition

Leichlingen : Café Büchel: Neueröffnung mit Backtradition

Am 1. März öffnet das komplett renovierte Traditionscafé an der Bahnhofstraße. Pächter Martin Schneppenheim backt alles selbst.

Duftende Brötchen, aromatisches Roggenbrot, Schrot- und Sauerteig nach alter Backkunst, Kuchen und Torten mit besten Zutaten: Wenn Martin Schneppenheim von seinen Plänen erzählt, läuft seinen Zuhörern förmlich das Wasser im Munde zusammen. Der Bäckermeister aus Witzhelden will am 1. März das Café Büchel an der Bahnhofstraße wieder eröffnen. Doch es soll nicht irgendeine Bäckerei und Konditorei werden: "Ich will backen wie früher und aus den Backwaren das Aroma richtig herauslocken", sagt der 55-Jährige.

Brötchenrohlinge zum Aufbacken werde es bei ihm nicht geben. Schneppenheim hatte seine Gesellenprüfung als Jahrgangsbester abgeschlossen und wurde bereits mit 23 Jahren Bäckermeister. "Ich setze den Teig selber an. Sauerteig bekommt bei mir die nötige Zeit zum Gehen, ich mache eine gescheite Teigführung", berichtet der Witzheldener. Konservierungsstoffe stehen nicht auf seinen Zutatenlisten, dafür kommt bei ihm Quark statt Pulver in den Käsekuchen. Die beliebten Kuchen- und Tortenrezepte seiner Vorgänger Becker und Monjau wird der leidenschaftliche Bäcker nutzen. Und selbst auf Allergiker ist er eingestellt: In seinem Repertoire findet sich sogar ein Schokoladenkuchen ganz ohne Mehl. "Ich werde auf die Wünsche meiner Kunden eingehen. Wenn jemand mal wieder einen richtigen bayrischen Apfelstrudel haben möchte, dann backe ich ihn", verspricht Schneppenheim. Es sei immer schon sein Traum gewesen zu arbeiten, wie er es früher einmal gelernt habe und die Backkultur nicht durch Fertigprodukte mit Füßen zu treten. Nur so könne er voll und ganz hinter seinen Produkten stehen. Dafür legt er sich derzeit mächtig ins Zeug, denn bis Anfang März ist nicht mehr viel Zeit. Das Café Büchel wird derzeit kernsaniert, Ladeneinrichtung und Fußboden werden erneuert. "Ich möchte den Spagat schaffen, dass das Café urgemütlich bleibt, aber trotzdem modern ist", beschreibt Schneppenheim seine Vorstellungen. Großes aber tut sich vor allem in der Backstube. Der 70 Jahre alte Ofen muss einem neuen weichen, damit der Meister sein Backhandwerk überhaupt gescheit ausführen kann. Außerdem lässt Hauseigentümerin Renate Becker gerade die Räume im Obergeschoss nach den gesetzlichen Brandschutzvorschriften herrichten. Dort stehen in einigen Wochen wieder zwei Festsäle zur Verfügung, die laut Schneppenheim in Leichlingen sehr stark nachgefragt sind. Zu seinen Mitarbeitern werden zukünftig nicht nur sein Sohn Luis gehören, der eine Bäckerlehre bei ihm macht, sondern auch seine Frau Ilona und Mitarbeiterin Heike Knoll im Service. Letztere übernimmt das Gebäude, das zugleich ihr Elternhaus ist, demnächst von ihrer Mutter Renate Becker. "Mir ist es wichtig, dass sich die Besucher bei uns rundum willkommen fühlen", sagt Schneppenheim und fügt hinzu. "Ich liebe meinen Beruf und würde immer wieder Bäcker werden."

(inbo)
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