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Leichlingen: Bürgerinitiative lehnt neues Baugebiet ab

Leichlingen : Bürgerinitiative lehnt neues Baugebiet ab

Am Rombergsweiher formiert sich Widerstand gegen die Pläne, weil die aktuelle Verkehrssituation keine zusätzlichen Anwohner vertrüge.

Schon bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung Mitte Dezember regte sich Unmut bei den Anwohnern der Straße "Am Rombergsweiher" über die Pläne der Stadt, auf der bisherigen Ackerfläche östlich der Straße ein neues Wohngebiet entstehen zu lassen. Dieser Unmut hat sich nun organisiert. Vor wenigen Tagen gründete sich in der Gaststätte "Zur Trompete" eine Bürgerinitiative (BI), wie ein Sprecher der Gruppe jetzt mitteilte.

Etwa 35 bis 40 Anwohner seien bei der Gründung dabei gewesen, so der Sprecher, der nicht namentlich genannt werden möchte. An den Einsprüchen gegen den Bebauungsplan, die fristgerecht zum 12. Januar an die Stadt gerichtet worden seien, hätten sich nach seiner Kenntnis 60 bis 80 Personen beteiligt.

Die Bedenken der Bürgerinitiative richten sich in erster Linie gegen den bisher geplanten Verkehrsanschluss des Neubaugebietes an die Reusrather Straße. Vorgesehen ist derzeit, die bisherige Einmündung auf die Reusrather Straße abzupollern und den Verkehr durch eine neue Straße in Höhe der Einmündung "Am Förstchens Busch" auf die Reusrather Straße zu führen. Von der so geplanten Kreuzung halten die Anwohner allerdings gar nichts. Das löse die Probleme nicht, sind sie sich sicher. Auch ein Kreisverkehr oder eine weitere Ampel helfe nicht. "In dem Bereich stehen schon drei Ampeln", so der BI-Sprecher. Zudem verschärfe die im Nordwesten des Neubaugebietes geplante neue Tagesstätte für bis zu 80 Kinder die Verkehrssituation sicher noch weiter.

Auf Anfrage unserer Zeitung wies Bürgermeister Frank Steffes darauf hin, dass die Planungen noch in einem sehr frühen Stadium seien. "Unser Antritt ist, dass sich am Ende die Verkehrssituation im Vergleich zu heute deutlich verbessert", versichert Steffes, der die Verhältnisse vor Ort aus eigener Anschauung kennt. Man komme aus dem Rombergsweiher im Berufsverkehr oft einfach nicht raus, bestätigte er die Einschätzung der Anwohner. Einer von ihnen hatte bei der Bürgeranhörung erklärt: "Mein Rekord fürs Rausfahren liegt bei 22 Minuten."

Allerdings wundere sich die Bürgerinitiative, dass das eigens von der Stadt in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten der Einmündung Rombergsweiher/Reusrather Straße eine "befriedigende Qualität des Verkehrsaufkommens" bescheinigt. Es komme zwar zur Bildung von Staus, die stellten "jedoch weder hinsichtlich einer räumlichen Ausdehnung noch bezüglich der zeitlichen Dauer eine starke Beeinträchtigung" dar.

Die Stadt will die eingegangenen Anregungen und Bedenken nun prüfen, gegen die öffentlichen Interessen abwägen und die Pläne gegebenenfalls anpassen. Nach vorherigem Ratsbeschluss wird der Bebauungsplanentwurf öffentlich ausgelegt, zu dem dann erneut Bedenken vorgebracht werden können.

(RP)