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Leichlingen: Bürgerbüro: Ärger um lange Wartezeiten

Leichlingen : Bürgerbüro: Ärger um lange Wartezeiten

Weil es bei der Abholung von Personalausweisen im Leichlinger Bürgerbüro häufig zu langen Wartezeiten kommt, hat die CDU jetzt angeregt, nach Leverkusener Vorbild eine Terminvergabe einzurichten. Die Stadt prüft eine Entzerrung.

Wer im Leverkusener Bürgerbüro einen Personalausweis oder Reisepass beantragen und lange Wartezeiten vermeiden will, kann sich im Vorfeld einen Termin geben lassen. Einen ähnlichen Service regt die Leichlinger CDU-Fraktion jetzt auch für das Bürgerbüro in Leichlingen an. Denn in den vergangenen Wochen sei es häufig zu langen Wartezeiten bei der An- und Abmeldung von Fahrzeugen, beim Beantragen von Ausweisen und bei Meldeangelegenheiten gekommen, hatten einige Bürger beklagt. "Vor allem in den für Berufstätige interessanten Zeiten kommt es zu längeren Wartezeiten im Bürgerbüro", betont die CDU in einem Schreiben an Bürgermeister Ernst Müller, in dem sie eine Verkürzung der Wartezeiten beantragt — durch vorherige telefonische Terminvergabe nach Leverkusener Vorbild.

Bis vor einiger Zeit wurden Ausweise noch an der Rathausinformation ausgehändigt. Nun müssen Besucher die Ausweise per Wartemarke an einem der Serviceplätze abholen. "Das hängt mit veränderten Anforderungen an den neuen Personalausweis zusammen", sagte Stadtsprecherin Ute Gerhards auf Anfrage.

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Als Reaktion auf ständige Beschwerden über endlose Warteschlangen, vergebliche Besuche und die daraus resultierende aggressive Grundstimmung in der Behörde hatte die Stadt Leverkusen im vergangenen Jahr eine Terminvereinbarung eingerichtet. Alfred Zündorf, Chef des Leverkusener Bürgerbüros, hatte gegenüber unserer Zeitung bei Einführung des Services betont, dass die Termine pünktlich eingehalten würden. Situationen wie bei manchem Arzt, wo man trotz Terminvergabe noch lange im Wartezimmer sitze, werde es im Bürgerbüro "ganz sicher nicht geben".

Die Stadt Leichlingen räumte gestern ein, dass es häufiger zu langen Wartezeiten im Bürgerbüro komme. "Vor allem montags und donnerstags nachmittags" , sagte Gerhards. Das habe auch eine Bürgeranfrage im vergangenen Jahr ergeben.

Die Gründe seien vielschichtig: Die Bearbeitung der neuen Personalausweise sei mit mehr Arbeit verbunden. Außerdem suchten viele Bürger aus den Nachbarstädten die Leichlinger Kfz-Zulassungsstelle auf. "Der gute Service hat sich rumgesprochen", begründete Gerhards. Die Zulassung mache fast 60 Prozent der Arbeit aus. Die Stadt prüfe derzeit eine Entzerrung der Wartezeiten. Dennoch: Eine Terminvergabe nach Leverkusener Vorbild werde es in der Blütenstadt "wahrscheinlich nicht" geben. Das sei aus personellen Gründen nicht möglich, sagte Gerhards weiter. Derzeit seien vier Vollzeitkräfte und drei Teilzeitkräfte im Leichlinger Bürgerbüro und in der Nebenstelle in Witzhelden beschäftigt. Die Aufgaben seien vielfältig: "Führungszeugnisse, Beglaubigungen, Einbürgerungsanträge, Führerschein-Anträge, Anwohner-Parkausweise", zählte Gerhards auf.

Im vergangenen Jahr wurden in Leichlingen 3208 Personalausweise beantragt. In diesem Jahr seien es bereits 112. "Wir suchen derzeit nach einer räumlichen und personellen Lösung", betonte Gerhards. Bis dahin sei man darum bemüht, jeden Tag "einen reibungslosen Ablauf" zu gewährleisten.

(RP)