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Leichlingen/Leverkusen: Bürger klagen gegen Gasleitung: Mitstreiter gesucht

Leichlingen/Leverkusen : Bürger klagen gegen Gasleitung: Mitstreiter gesucht

Clemens von Mirbach klagt in Leichlingen gegen die Pipeline. Detlev Kraneis sucht von Leverkusen aus Betroffene.

Während die Stadt Leichlingen aus Fristgründen nicht mehr gegen die geplante Hochdruck-Gasleitung von Dormagen nach Bergisch Gladbach klagen kann, wehren sich jetzt Bürger gerichtlich gegen die Pipeline. Auf Leichlinger Seite ist dies Clemens Graf von Mirbach-Harff, dessen Familie das Gelände um den Hülser Hof besitzt. In Leverkusen wollte Detlev Kraneis als Anlieger des Gebietes nahe der Waldschule vor dem Oberverwaltungsgericht Münster klagen. Doch seine Anwälte hätten ihn darüber informiert, dass seine Klage wenig Chancen auf Erfolg haben werde, gab Kraneis gegenüber der RP zu. Er will aber weiter kämpfen, um den Verlauf der NETG-Gasleitung zu verändern. Und dazu sucht er nun, genauso wie Graf Mirbach noch Mitstreiter unter betroffenen Bürgern.

 Die rot schraffierte Linie zeigt den Verlauf der geplanten Gas-Pipeline, die auch zwei Kilometer durch das Gelände rund um den Hülser Hof geführt werden soll.
Die rot schraffierte Linie zeigt den Verlauf der geplanten Gas-Pipeline, die auch zwei Kilometer durch das Gelände rund um den Hülser Hof geführt werden soll. Foto: Grafik_ Stadt Leverkusen

Denn Kraneis hat durch seine Anwälte erfahren, dass es quasi zwei Typen von Bürgern gibt: die einen mit guten Aussichten auf Erfolg, die anderen mit kaum Chancen, die Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gegen den Verlauf der Gasleitung zu gewinnen. Erfolgsaussichten hätten diejenigen, die im Jahr 2005 ihre Bedenken schriftlich gegen das Projekt geltend gemacht und den Beschluss darüber nicht bis zum Jahreswechsel per Post zugestellt bekommen hätten. Mit Informationen, aber auch finanziell wolle er einen solche Klageführer unterstützen, bietet Kraneis an.

In Leichlingen nahmen gestern Morgen Clemens von Mirbach und sein Rechtsvertreter das Gelände am Hülser Hof für die Argumentation für den Prozess noch einmal in Augenschein. Er habe seine Klage fristgerecht vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster eingereicht und sei optimistisch, was den Ausgang anbelange, sagte von Mirbach der RP. Er hoffe auf einen ähnlichen Effekt wie bei "Stuttgart 21", dass sich Bürger und Politik engagierten. Tatsächlich hat von Mirbach Kontakt zur Leichlinger CDU, wie Parteivorsitzender Rainer Hüttebräucker bestätigte. Im Stadtrat könne die Politik nun nicht mehr tätig werden, nachdem die Stadtverwaltung die Klagefrist verpasst habe, bedauert Hüttebräucker. Er wisse aber, dass Graf Mirbach Mitstreiter suche, die sich seiner Klage anschließen wollten. "Je mehr Bürger bis zum 10. Februar vor Gericht ziehen, desto mehr Nachdruck gewinnt die Sache", meint Hüttebräucker. Die Familie von Mirbach-Harff ist übrigens "ein gebranntes Kind", was Gasleitungen anbelangt: Er habe bereits auf einem anderen Anwesen der Familie miterlebt, wie in die Natur eingegriffen werde und welche Zerstörungen durch den Bau der Gasleitungen verursacht würden. Zudem bestehe das Gefahrenpotenzial am Hülser Hof nicht nur in dem Eingriff in das unter Schutz gestellte Feuchtgebiet sowie die Beeinträchtigungen der Land- und Forstwirtschaft. Dort lebten schließlich auch Menschen. "Außerdem ist es dort schön naturnah, und so soll es am Hülser Hof auch bleiben", wünscht sich von Mirbach, durch dessen Anwesen laut Planung eine zwei Kilometer langes Trassenstück der Gasleitung führen soll.

Der Leverkusener Detlev Kraneis sucht übrigens nicht nur in der Nähe der Leverkusener Waldsiedlung einen Bürger, der aussichtsreich gegen den Verlauf der Gasleitung klagen will, sondern generell auch Klageführer in Leichlingen. Voraussetzung: Die Bürger müssen ihre Bedenken 2005 bei der Bezirksregierung eingereicht und dazu keinen Beschluss erhalten haben.

Ingenieurbüro Detlev Kraneis Leverkusen,Telefon .0214 855600.

(RP)