Bürger fordern eine Baumschutzverordnung für Leichlingen

Antrag beim Stadtchef eingereicht : Bürger fordern eine Baumschutzverordnung

Auf städtischem Grund und Boden sollen keine Bäume mehr gefällt werden dürfen, verlangt die Gruppe „Future for Leichlingen“.

Sekt hatten die knapp 20 Geburtstagsgäste, die zum ersten Jahrestag der verhinderten Platanenfällung an die Neukirchener Straße gekommen waren, am Mittwoch nicht dabei. Stattdessen reichte die neue Initiative „Future for Leichlingen“ am Vormittag einen Bürgerantrag bei Bürgermeister Frank Steffes ein, der eine Schutzverordnung für alle Bäume auf kommunalem Grund fordert.

Darin heißt es: „Wir bitten Sie, alle sich auf städtischen Grundstücken befindlichen Bäume unter Schutz zu stellen. Hierzu zählen auch Grundstücke im Eigentum von Gesellschaften und Körperschaften, an denen die Stadt mit beteiligt ist. Der Schutz der Bäume umfasst das grundsätzliche Verbot der Abholzung, Zerstörung oder wesentlichen Reduzierung jedes einzelnen Baumes und die Verpflichtung der notwendigen Pflege mit dem Ziel der Erhaltung des Baumes.“

Die Platane war zu ihrem „Geburtstag“ nicht nur mit bunten Bändern geschmückt, sondern auch Pinnwand für einen Plan, an dem die Initiative die gewünschte Schutzzone markiert hatte. Sie umfasst den am dichtesten besiedelten Bereich der Innenstadt. „Es dürfen nicht noch einmal Bäume durch falsche Planung gefährdet werden“, mahnte Initiator Günter Weber und erinnerte damit an die einstigen Pläne, aus Verkehrssicherheitsgründen den großen Baum am Zebrastreifen vor dem Rathaus zu fällen. „Wir brauchen die Bäume in der Stadt für das innerstädtische Klima. Es wird noch schlechter, wenn wir das Blattgrün reduzieren“, betonte Weber.

Sein Credo: „Ja zur Stadtentwicklung, nein zum Abholzen.“ Da in Leichlingen größere Projekte anstehen, werden sich Politik und Verwaltung bald entscheiden müssen, wo sie ihre Prioritäten sehen. Gerade erst hat der Rat bekräftigt, dass das Hallenbad auf dem Freibadgelände neugebaut werden soll. Dort stehen 36 hohe Bäume, einige müssten für das Projekt fallen. „Priorität hat der Erhalt des Blattvolumens“, bezieht Weber Position auf die Frage, was Vorrang habe. Die Planer müssten ihre innere Einstellung zu Bauvorhaben ändern, für die Bauherren sei es eine Gewissensentscheidung. Auch die Bäume an der Neukirchener Straße auf der Seite der Tankstelle und des ehemaligem Kaufparks stehen für ihn nicht zur Disposition, wenn dort ein Vollsortimenter und Wohnungen entstehen  – obwohl ein Besucher anmerkte, dass man das Bauvorhaben nicht blockieren dürfe. „Dann muss anders geplant werden“, forderte der Baumschützer.

Ziel der beantragten Schutzverordnung sei es laut „Future for Leichlingen“, das heute bestehende Blatt- oder Laubvolumen innerhalb der Stadt von Jahr zu Jahr zu steigern. Das beinhalte auch, dass bei einem ungewollten Wegfall eines Baumes (z. B. Absterben) eine in der Blattmasse identische Nachforstung vorzunehmen sei. Sollten städtische Grundstücke oder Gebäude verkauft oder privatisiert werden, seien auch die Käufer an die Schutzverordnung zu binden.

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