Leichlingen Brückenlichter auf Dauer defekt

Leichlingen · Die Pastoratsbrücke ist die Hohenzollernbrücke von Leichlingen. Zumindest bei Tageslicht. Dann nämlich sieht man das dezente Dutzend Liebesschlösser an der Fußgängerbrücke über die Wupper. Nach Einbruch der Dämmerung ist das schon schwieriger.

 2008 wurde die tonnenschwere Pastoratsbrücke in einzelnen Elementen zur Wupper transportiert und vor Ort zusammengesetzt. Derzeit ist die Handlaufbeleuchtung defekt. Die Stadt will reagieren, sobald der Stadtetat genehmigt ist.

2008 wurde die tonnenschwere Pastoratsbrücke in einzelnen Elementen zur Wupper transportiert und vor Ort zusammengesetzt. Derzeit ist die Handlaufbeleuchtung defekt. Die Stadt will reagieren, sobald der Stadtetat genehmigt ist.

Foto: UM

Denn die Lichter im Handlauf der Fußgängerbrücke beleuchten Liebesschlösser und Weg selten bis gar nicht, sie sind kaputt. "Es handelt sich dabei um LEDs", erläutert Stadtsprecherin Ute Gerhards. "Wir wissen, dass sie defekt sind." Warum, das weiß die Stadt aber bisher noch nicht. Vermutet wird laut Gerhards ein Fehler nicht an den Lampen oder den Steckverbindungen selbst, sondern im Schaltkasten.

In der Stadt kursiert derweil das Gerücht, die Lampen seien gar nicht geeignet. Vielleicht ist den Gerüchteköchen noch im Hinterkopf, dass bei der vom Bayer-Konzern geplanten Medienfassade an der ehemaligen Konzernzentrale auch Probleme im Zusammenhang mit LED-Leuchten aufgetaucht waren.

Verkehrssicherheit bestehe weiterhin: Stadtsprecherin Gerhards betont, dass durch die defekte Beleuchtung kein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Brückennutzer bestehe. "Die Lampen im Handlauf sind nur eine Veschönerungsbeleuchtung. Das eigentliche Licht für die Pastoratsbrücke stammt von Laternen an beiden Kopfseiten der Brücke." Eine davon musste vor nicht allzu langer Zeit repariert werden: Vor knapp einem Jahr war sie Vandalen zum Opfer gefallen, die die Laterne aus drei Meter Höhe vom Mast abgerissen und in die Wupper geworfen hatten. 2008 war die 22 Tonnen schwere Wupperquerung für Fußgänger nahe dem Schulzentrum Am Hammer und der evangelischen Kirche gebaut worden. Kostenpunkt: rund 950 000 Euro — etwa 100 000 Euro mehr, als ursprünglich veranschlagt. Als Grund dafür wurde die Kostensteigerung beim Stahl genannt. Im Herbst 2010 hatten sich die Bauausschussmitglieder für den Namen "Pastoratsbrücke" entschieden.

Das Licht, das auf die Brücke scheint, wird wohl auch noch eine Weile nur von den Laternen an den Uferseiten kommen. Gerhards: "Die Handlaufbeleuchtung ist eine freiwillige Ausgabe." Heißt: Fehlersuche und Reparatur können erst dann erfolgen, wenn der städtische Etat genehmigt ist. Und der liege derzeit noch zur Prüfung bei der Aufsichtsbehörde. Dementsprechend kann die Stadt auch noch keine Kosten für die Reparatur benennen. Geprüft werden soll aber laut Ute Gerhards auch, ob nicht die zuständige Firma, die die Installation vornahm, für die Reparatur der LEDs aufkommen muss. Generell gelte: "Sobald der Etat genehmigt ist, werden wir die Lampen wieder in Ordnung bringen lassen", verspricht Ute Gerhards.

Apropos Prüfung: Vielleicht nimmt sich die Stadt dann auch der "Noppen" im Brückenbelag an. "Zieht man da einen Rollkoffer oder Ähnliches drüber, ist das ohrenbetäubend laut", berichtete jetzt ein Leichlinger RP-Leser. Auch in Sachen Lautstärke ist in solchen Momenten eine gewisse Ähnlichkeit zur Kölner Liebesschlossbrücke nicht abzustreiten.

(RP/ac)