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Leichlingen: Brücke: Solingen will nicht zahlen

Leichlingen : Brücke: Solingen will nicht zahlen

Die gesperrte Fußgängerbrücke zwischen Kradenpuhl und der Solinger Ortschaft Horn – auch "Juckelbrücke" genannt – wird zum Streitobjekt. Die Stadt Solingen hat angekündigt, sich nicht an den Kosten beteiligen zu wollen.

Die gesperrte Fußgängerbrücke zwischen Kradenpuhl und der Solinger Ortschaft Horn — auch "Juckelbrücke" genannt — wird zum Streitobjekt. Die Stadt Solingen hat angekündigt, sich nicht an den Kosten beteiligen zu wollen.

Im Februar hatten beide Seiten bei einem Ortstermin noch betont, zu gleichen Teilen die Kosten übernehmen zu wollen, die ein Neubau der einsturzgefährdeten und deshalb gesperrte Fußgängerbrücke Horn verursachen würde. "Wir suchen nach einer ebenso sicheren, wie finanzierbaren Variante", erklärten Karsten Ditscheid von den Technischen Betrieben Solingen und sein Leichlinger Tiefbauamtskollege Jürgen Scholze damals übereinstimmend. Ein externer Fachgutachter werde Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Leichlingen soll Kosten tragen

Zwei Wochen danach ist auf Solinger Seite vom partnerschaftlichen Bemühen nicht mehr viel zu erkennen. Zumindest hat die Klingenstadt in einem Schreiben an die Leichlinger Stadtverwaltung inzwischen offenbar angekündigt, sich an den Kosten für die geschichtsträchtige Fußgängerbrücke zwischen Kradenpuhl und der Solinger Ortschaft Horn nicht mehr beteiligen zu wollen. Wenn Leichlingen die Brücke erhalten oder erneuern wolle, könne es ja den gesamten Betrag zahlen, so der Tenor.

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"Mich hat das doch sehr erstaunt", sagte Leichlingens Bürgermeister Ernst Müller gestern, als er auf Anfrage unserer Zeitung den Eingang des Schreibens bestätigte. "Denn während unser Interesse an dieser Brücke in erster Linie touristisch ist, waren es Solinger Anwohner, die gegen die Sperrung massiv protestiert haben." Deren Kinder besuchen das Leichlinger Schulzentrum — und Solingen ist im Zuge der Schulwegsicherung gefordert. Auch in Sachen Wupperbrücke, deren Mitte die Grenze zwischen beiden Städten bedeutet. "Wir werden darauf bestehen, dass Solingen sich beteiligt", kündigte Müller an. Im übrigen sind nicht nur Eltern verärgert. Auch Betreiber von Kanutouren auf der Wupper protestieren gegen die Sperrung. Denn ihnen ist es seitdem untersagt, unter der Brücke herzufahren. "Das ist ein Witz", sagte gestern Alexander Comes von "Wupperkanu" in Leichlingen. "Es ist ja nicht so, dass die Brücke uns auf den Kopf zu fallen droht." Sie sei zwar rechnerisch nicht mehr sicher, aber immerhin stabil aus Beton gebaut: "Die stürzt nicht so einfach ein." Die Tour von Wupperhof nach Opladen hat Comes wegen des Unterquerungs-Verbots aus dem Programm genommen. Ein finanzieller Rückschlag. Das Verhalten der Behörden beschrieb der Unternehmer gestern so: "Da wird einfach gesperrt, ohne sich Gedanken über Konsequenzen zu machen — nach dem Motto: ,Nach uns die Sintflut'."

Tiefbau-Experte Ditscheid von den Technischen Betrieben der Stadt Solingen erklärte gestern auf Anfrage, das umstrittene Schreiben sei vom Fachbereich Mobilität und generelle Planung verfasst worden. "Meines Wissens wurde die Kostenfrage darin aber mehr als Bitte an Leichlingen formuliert." Die zuständige Fachbereichsleiterin war für unsere Zeitung gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(RP/jco)