Leichlingen: Brandstifter hat Feuer im Keller gelegt

Leichlingen: Brandstifter hat Feuer im Keller gelegt

Die Polizei sucht Zeugen. Fünf Wohnungen bleiben weiterhin unbewohnbar, der Schaden am Haus wird auf 40 000 Euro geschätzt. Die elektrischen Anlagen sollten gestern repariert werden, so dass weitere Mieter in ihre Wohnungen durften.

Es war Brandstiftung, durch die Sonntagnacht im Hochhaus Am Büscherhof 2 an zwei Stellen im Keller ein Feuer ausgelöst worden ist: Das teilten Staatsanwaltschaft Köln und Kreispolizei Rhein-Berg gestern mit. Am Montag hatten Brandermittler eine intensive Spurensuche durchgeführt, wonach sie einen technischen Defekt ausschließen konnten. Die Kriminalpolizei geht von vorsätzlicher, schwerer Brandstiftung aus und sucht dringend Zeugen, die am Sonntag möglicherweise auch noch deutlich vor 2.30 Uhr, der Uhrzeit des Ausbrechens des Brandes, am Tatort etwas bemerkt haben.

Bei dem Brand mussten alle Bewohner des Hochhauses evakuiert werden. Normalerweise leben 64 Menschen dort, in der Brandnacht waren aber nur 53 anwesend. Fünf Bewohner erlitten leichte Rauchgasvergiftungen, drei von ihnen wurden zwischenzeitlich in Krankenhäusern behandelt. Den Sachschaden an dem Haus schätzt die Polizei auf etwa 40 000 Euro.

Polizeisprecher Peter Raubuch konnte gestern auf RP-Nachfrage Täterzusammenhänge mit den vorherigen Brandstiftungen im Umfeld des Hauses weder bestätigen, noch ausschließen. Es gebe keine klare Spur. Wie der oder die Täter das Feuer im Keller gelegt haben, sei ebenfalls noch unbekannt. Es gebe aber keine Aufbruchsspuren. Denkbar sei, dass der Täter durch ein geöffnetes Kellerfenster ins Haus gelangt sei, oder Brennmaterial von außen durch ein geöffnetes Kellerfenster geworfen habe. Es könne aber auch jemand in der Nacht an verschiedenen Wohnungsklingeln geschellt haben, um in den Flur und in den Keller zu gelangen. "Wir konnten noch nicht alle Hausbewohner fragen, ob jemand in der Nacht bei ihnen geklingelt hat, werden das aber bei den weiteren Ermittlungen jetzt tun", kündigt der Polizeisprecher an.

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Für den Hauseigentümer, die Deutsche Invest Immobilien GmbH (d.i.i.) stellt sich nun die Frage, ob die Brandschutzversicherung im Falle der Brandstiftung für den Schaden aufkommen wird. Dazu hieß es gestern auf Nachfrage von der d.i.i., die Versicherung habe die Kostenübernahme zugesagt. Im Übrigen werde die d.i.i. auch beispielsweise für die Hotelkosten derjenigen Mieter aufkommen, die nach der Evakuierung nicht in Privatquartieren unterkommen konnten. Anders, als am Montag von der d.i.i. angekündigt, konnten dann doch nicht 75 Prozent der Mieter ihre Wohnungen wieder beziehen, sondern zunächst niemand. Das ausgefallene Steuerungsmodul an der Heizung war nicht mehr das Problem. Die ausgefallene Heizung konnte mittlerweile provisorisch durch Öltanks ersetzt werden. Aber die Elektrik funktionierte nicht. Es hätte feuergefährliche Kurzschlüsse geben können.

Die Elektrik sollte gestern wiederhergestellt werden, so dass ab dem Mittag 33 Wohnungen wieder beziehbar werden sollten, weitere 16 dann sukzessive. Klar war gestern bereits, dass fünf Wohnungen in den unteren Etagen nicht mehr genutzt werden können. Sie müssen saniert werden. Laut d.i.i. bestehe aber ein unmittelbarer Kontakt zu diesen Mietern. Zumindest eine betroffene Familie will aber auf keinen Fall wieder in das Brandhaus einziehen. Ein junges Ehepaar mit vier- und sechsjährigen Kindern sagte gestern, der Schock sitze bei den Kindern so tief und bei den Eltern die Angst vor Schadstoffen in der Wohnung, dass man fristlos kündigen werde. Der Familienvater hatte zu den Opfern gehört, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten: "Ich war auf einer Seite gelähmt von dem Schock und weil ich mir so Sorgen um meine Familie gemacht habe", sagte er und kündigte an, sich noch vor dem Jahreswechsel eine neue Wohnung anzusehen.

(RP)
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