Leichlingen: Bombe in der Baustelle

Leichlingen: Bombe in der Baustelle

Eine Phosphorbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat sich in der Nacht zu gestern in der Kirchstraße entzündet. Sie lag in der Kanalbaustelle. Verletzt wurde niemand.

Es war wirklich kein normaler Brand, zu dem die Leichlinger Feuerwehr in der Nacht zu gestern ausrücken musste: Eine Phosphorbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sorgte für einige Aufregung in der Kirchstraße. Das gefährliche Fundstück lag in der dortigen Kanal-Baustelle und hatte sich offenbar entzündet. Da der Untergrund aus Teer bestand, richtete die Bombe trotz großer Brandwirkung keinen weiteren Sachschaden an. Gefährlich werden können bei Phosphorbomben indes die entstehenden Atemgifte. Doch glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Feuerwehr übergab die Bombe nach den Löscharbeiten an den Kampfmittelräumdienst.

Die Leichlinger Wehr wurde gegen 1.15 Uhr von der Polizei Wermelskirchen alarmiert. Ein Anwohner hatte grelle Funken und weißen Rauch bemerkt und den Notruf gewählt. Die Gase brannten in einem hellen Lichtschein und wurden von den 15 Einsatzkräften des Löschzugs 1 mit Wasser niedergeschlagen, so Feuerwehr-Sprecher Thomas Schmitz. Innerhalb von drei Minuten war das Feuer gelöscht. Vermutlich wurde die 30 bis 40 Zentimeter große Bombe bei Kanalarbeiten beschädigt, der Phosphor entzündete sich durch Kontakt mit der Luft.

Der hinzugerufene Kampfmittelräumdienst säuberte die Bombe von Phosphorresten und machte sie transportfähig, nachdem die Feuerwehr sie zuvor mit Sand abgedeckt und feucht gehalten hatte. Entsorgt wurde die Bombe im "Munitionszerlegebetrieb" in Hünxe.

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Gestern fanden keine Arbeiten an der Baustelle statt, am Montag soll es laut Stadt Leichlingen "vorsichtig weitergehen" – eine Sperrung sei aber nicht nötig. Wie bei Kanalarbeiten üblich, sei das Gelände vorher überprüft worden. Warum die Arbeiter die Bombe von der Größe eines Feuerlöschers übersehen haben, ist noch nicht geklärt.

Phosphorbomben sind Brandbomben. Auch wenn sie sich nicht entzünden, können sie die Haut verätzen. Zwischen 2006 und 2008 wurden mehrere Bomben am Wupperufer gefunden. Die Region Rhein/Ruhr wurde vor Ende des Zweiten Weltkriegs verstärkt bombardiert. Auch über 60 Jahre nach Kriegsende können die Bomben ihre gefährliche Wirkung entfalten und sollten keinesfalls angefasst werden. Durch das Niedrigwasser wurden in letzter Zeit auch verstärkt Bomben am Rhein gefunden, es gab bei der Entsorgung keine Zwischenfälle.

(RP)
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