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Leichlingen: Bogensportler trauern um FITA

Leichlingen : Bogensportler trauern um FITA

An diesem Wochenende hätte sie stattfinden sollen, die 34. FITA in Folge – eines der größten Bogensport-Turniere in der Region und laut Organisator Lutz Becker sogar eines der wichtigsten 50 weltweit. "Wir hatten regelmäßig Olympiateilnehmer, Starter von Europa- oder Weltmeisterschaften in unserem Teilnehmerfeld", erinnert er sich: "Und viele der 100 bis 130 Bogenschützen, die hier pro Wettkampftag antraten, kamen aus anderen Ländern. Es war ein hochkarätiges internationales Turnier."

An diesem Wochenende hätte sie stattfinden sollen, die 34. FITA in Folge — eines der größten Bogensport-Turniere in der Region und laut Organisator Lutz Becker sogar eines der wichtigsten 50 weltweit. "Wir hatten regelmäßig Olympiateilnehmer, Starter von Europa- oder Weltmeisterschaften in unserem Teilnehmerfeld", erinnert er sich: "Und viele der 100 bis 130 Bogenschützen, die hier pro Wettkampftag antraten, kamen aus anderen Ländern. Es war ein hochkarätiges internationales Turnier."

Streit mit der Vereinsführung

Die Betonung liegt auf "war", denn die FITA (benannt nach der Abkürzung der Internationalen Bogensportvereinigung) ist Geschichte. Lutz Becker, der langjährige Leiter der Bogensportgruppe im Behindertensportverein Leichlingen (BS), hatte sie schon im Mai abgesagt (wir berichteten). Im Streit mit der Vereinsführung.

"Ich habe in den vergangenen Monaten viele Reaktionen von Sportlern bekommen, die entsetzt sind, was bei uns abgelaufen ist", sagte Ex-Turnierleiter Becker gestern. Er habe sich von der Vereinsführung des BS regelrecht erpresst gefühlt und keine andere Wahl gesehen, als die FITA abzusagen.

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"Ich sollte nach all den Jahren auf einmal unterschreiben, dass ich persönlich für den Haftungs- und Versicherungsschutz rund um das Turnier verantwortlich bin", kritisiert Becker: "Das heißt, wäre etwas passiert, hätte ich mit meinem Privatvermögen dafür aufkommen müssen." Das sei nicht nur "international einzigartig", sondern, so Becker, nach Auskunft des Deutschen Schützenbundes, zu dem auch die Bogensportler gehören, unzulässig.

Dem Argument widersprach Georg Klose, der Vorsitzende des Behindertensportvereins, gestern entschieden. Er hatte sich bereits im Mai seinerseits auf einen Experten des Dachverbandes der Bogenschützen berufen, der dringend zu dieser Vorgehensweise geraten habe. "Wir als Vorstand hatten überhaupt keine andere Wahl", betont Klose. "Anderen Vereinen ist es genauso ergangen wie uns." Er finde es zwar schade, dass Becker nun ausgetreten sei, wolle das aber nicht weiter kommentieren: "Reisende soll man nicht aufhalten."

Lutz Becker dagegen nimmt kein Blatt vor den Mund: "Nachdem Herr Klose und ich seit damals nicht mehr miteinander gesprochen haben, bin ich inzwischen aus dem BS ausgetreten", sagt er. Und zeigt sich enttäuscht, dass er als Reaktion lediglich ein wenige Zeilen umfassendes Bestätigungsschreiben bekommen habe: "Da war nicht ein Wort des Bedauerns oder des Dankes drin enthalten", berichtet Becker: "Und das nach 27 Jahren Mitgliedschaft."

(RP)