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Leichlingen: Blütensamstagszug bricht alle Rekorde

Leichlingen : Blütensamstagszug bricht alle Rekorde

So viele Zuschauer wie selten zuvor säumten den Zugweg - und auch die Jecken boten ein buntes Bild wie lange nicht.

Besser hätte es beim Blütensamstagszug nicht laufen können. So viele Zuschauer wie kaum jemals zuvor säumten bei strahlendem Sonnenschein den Zugweg von der Landwehr- bis zur Mittelstraße, alle 34 Fußgruppen, Festwagen und Musikkapellen waren liebevoll und aufwändig geschmückt. Vom Start weg brachten die Tänzerinnen und Trommler von Maracatu Colonia die Jecken mit afrobrasilianischen Rhythmen auf Betriebstemperatur.

In diesem Jahr zum ersten Mal und gleich mit einem eigenen Festwagen dabei war der Freundeskreis vom Sonnenhof. "Wir wollten immer schon mal mitfahren", sagte Sascha Hackenbroich alias "Hausi Mausi", vielen als Hausmeister der Realschule bekannt. Damit ihr Traum in Erfüllung ging, half VLK-Präsident Willi Kallert aus. "Er hat uns den Wagen geliehen, Traktor hab' ich selbst", sagte Stefan Jost.

Premiere hatten beim Blütensamstagszug auch die Sängerinnen des Frauenchors ConTakt, der in diesem Jahr sein 66-jähriges Bestehen und damit jeckes Jubiläum feiert. "Wir wollen unser neues Logo und uns selbst mit frischem Image präsentieren", sagte die Vorsitzende Sonja König. Vielen ist der Chor nämlich eher als Frauenchor Förstchen 1949 bekannt, doch die Chormitglieder zeigten sich bei ihrem Auftritt alles andere als angestaubt.

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Mit rund 70 Teilnehmern war in diesem Jahr der TSV Rhein-Wupper die größte Fußgruppe, die erstmals auch einen eigenen Wagen hatte. "Den Festwagen haben die Eltern gebaut", erzählte Trainer Jürgen Möller. Ein flotter Tanzschuh ist es geworden, in dessen Schaft die gewohnt stimmgewaltige Helga Möller dem Publikum einheizte.

Eine Augenweide in ihren Kostümen waren indes die Oberbüscherhofer: Unter dem Motto "Hück un fröher - is doch klor, Schach gespielt wird jedes Johr" zeigten sie sich als lebendige Schachfiguren. Das Schachbrett, das jeder um die Hüfte balancierte, erwies sich dabei sogar als gesundheitsfördernd: "Bei der derzeitigen Grippewelle ist das ganz praktisch", sagte Renate Kallert im Hinblick auf den eingebauten Abstandhalter.

Hoffnung auf Plätze bei der Prämierung der schönsten Festwagen können sich wohl die Karnevalsgesellschaft Jecke Kaltenberger und die Pasadena Porno Casanovas machen. Während erstere mit einem dreietagigen Prunkwagen vorfuhren, der den Gefährten im Kölner Rosenmontagszug Konkurrenz machen würde, haben die Casanovas als Indiana Jones einen detailgetreuen Wagen mit Abenteuerflair gestaltet.

Den Höhe- und Schlusspunkt setzte derweil das Jugendprinzenpaar in seinem edlen Gefährt. Zwei ganze Keller hatten die Kamellekisten über Wochen gefüllt, bevor Prinz Nils I. und Prinzessin Chantal I. die Naschereien unters Volk bringen konnten.

Obwohl das Jugendprinzenpaar in den letzten drei Tagen fast 50 Auftritte gemeistert hatte, war es am Samstag voller Elan dabei: "Es ist einfach traumhaft", schwärmte Nils.

Auch in diesem Jahr waren schon am Vormittag rund 600 Solinger mit dem Zug angereist. Doch im Gegensatz zum Vorjahr wollten die feiern und nicht randalieren, laut Polizei blieb es friedlich - ein Ergebnis intensiver Vorarbeit der Solinger und Leichlinger Polizei und Teilen einer Polizeihundertschaft, die die Besucher aus der Nachbarstadt im Blick behielt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Blütensamstagszug in Leichlingen 2016

(inbo)