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Leichlingen: Blitzmarathon auch an zwei Schulen

Leichlingen : Blitzmarathon auch an zwei Schulen

Am 8. April misst die Polizei im Rahmen ihres sechsten Blitzmarathons unter anderem auch an Schulen in Leichlingen die Geschwindigkeit. Unter fünf Messstellen können RP-Leser exklusiv wählen, welche sie für die wichtigsten halten.

Am 8. April wird auch in Leichlingen von der Polizei Rhein-Berg wieder eifrig geblitzt. Zu diesem Blitzmarathon hat die Polizei zwei als berüchtigt geltende Raserstrecken in der Nähe von Schulen ausgesucht: an der Kirchstraße in der Nähe der dortigen Grundschule und in Kuhlein, wo die Martin-Buber-Sonderschule beheimatet ist. Hintergrund für diese zwei von insgesamt zehn Messstellen in Leichlingen ist auch die Häufigkeit von Kinderunfällen.

So hat es nach Bilanz der Polizei Rhein-Berg bis November 2013 in Leichlingen elf Verkehrsunfälle mit Kindern gegeben. Bei zehn Unfällen seien die Kinder leicht, bei einem schwer verletzt worden. Acht Kinder sind mit dem Fahrrad verunglückt. 2012 waren es sogar 13 Kinder, die auf Leichlingens Straßen zu Unfallopfern wurden, im Jahr 2011 waren es nur fünf.

Zwar verursachen bisweilen die Kinder selbst, die unachtsam auf die Straße laufen oder mit dem Fahrrad fahren, Unfälle. Oft ist es aber der Kraftfahrer, der zu schnell ist, um noch ausweichen oder bremsen zu können. Über den zum Blitzmarathon an der Kirchstraße angesetzten Radarmesspunkt freuen sich die Mütter Sandra Urbach und Anja Ernst ganz besonders. "Hier müsste die Polizei viel öfter mal die Geschwindigkeit messen", sagen beide gestern auf RP-Nachfrage. Sie bringen ihre Söhne Tobias (sechs Jahre) und Lukas (sieben Jahre) jeden Tag zur Schule und holen sie wieder ab. "Ich habe dabei einfach ein besseres Gefühl, das ist sicherer", sagt Sandra Urbach, die auch ihre Tochter zuvor schon jeden Tag zur Schule Kirchstraße gebracht hatte. Dabei haben Lukas und Tobias erst am Mittwoch mitbekommen, dass schon mal Radarkontrollen an der Kirchstraße stattfinden: "Die haben hier geblitzt, aber niemand hat sehen können, dass da Polizei stand. Die hatten einen Trick", verrät Tobias: "Die haben das Blitzgerät hinter eine Mülltonne gestellt", fügt der kleine Beobachter hinzu. Auch Lukas fand es "spannend", dass die Polizei an der Schule war: "Die saßen in einem blauen Bus, und wenn man da rein guckte, konnte man erkennen, dass es Polzisten waren," erzählt der Siebenjährige. Tatsächlich kontrolliert die Polizei schon vor dem eigentlichen Tag des Blitzmarathons einige vorgesehene Messstellen, um am 8. April nicht nur über ein punktuelles Zufallsergebnis zu verfügen.

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Alleine dürfen Lukas und Tobias aber vorläufig noch nicht in die Schule gehen: "Vielleicht im nächsten Jahr, vielleicht aber auch erst später", vertrösten sie ihre besorgten Mütter. Schließlich haben die Freunde einen relativ weiten Schulweg von exakt 1,9 Kilometern. Das wissen die Mütter aus einem bestimmten Grund so genau: "Das sind genau 100 Meter zu wenig. Ab zwei Kilometern hätten unsere Jungs die Möglichkeit, den Schulbus in Anspruch zu nehmen", erklärt Sandra Urbach.

Doch der kleine Tobias hat schon einen Plan: "Wenn ich mit meinem Freund alleine zur Schule gehen darf, dann bekomme ich vielleicht auch ein Handy. Und wenn uns dann was passiert, dann kann ich den Rettungswagen anrufen," plant der pfiffige Sechsjährige.

(RP)