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Leichlingen: Blitzeis, Ritterschlag und ein reimender Prinz

Leichlingen : Blitzeis, Ritterschlag und ein reimender Prinz

Die Stimmung war gut, die Laune bestens. Dennoch zeigte sich der mit grünen und gelben Luftballons geschmückte Saal höchstens zur Hälfte gefüllt. Dabei war die 33. närrische Karnevalsparty der Rittergilde Leichlingen in "Haus Klippenberg" eigentlich ausverkauft. Das Blitzeis auf Straßen und Gehwegen hatte dafür gesorgt, dass viele Gäste nicht anreisten.

So sagte Bürgermeister Frank Steffens kurzfristig ab, weil er mit dem Auto nicht aus der Garage kam. Auch der Europaabgeordnete Herbert Reul ließ sich entschuldigen. Einzig Landtagsabgeordneter Rainer Deppe wagte sich aus Overath nach Oberbüscherhof. "Ich bin langsamer gefahren und habe 15 Minuten mehr gebraucht", berichtete der Politiker, der beim Ritterschlag als Augenzeuge im Saal war. Zwei Männer wurden am Samstag in den Ritterstand erhoben, neben dem Leichlinger Unternehmer Mark Lützenkirchen auch Jörg Wolters, Mitglied der Prinzengarde Solingen. Als Erster musste der Vater und Prinzenführer von Kinderprinzessin Nina II. auf dem roten Kissen niederknien. Aufmerksam beobachtet durch Norbert Muras, den Vorsitzenden und Sitzungspräsident der KG Rittergilde sowie weitere Ehrenritter wie Hans Hülsbeck, Vorsitzender des Prinzenclubs Leichlingen, nahm Nina ein Schwert zur Hand. Mit der Spitze tippte sie auf beide Schultern und ernannte ihren Vater zum Ritter. Wegen seiner Firma für Regalsysteme und Zubehör trägt er fortan den Beinamen "Der Regalverbieger". Noch als die Ritter auf der Bühne waren, gesellte sich Narrenfürst Mike I. samt Schmölzje und der Garde vom TSV Rhein-Wupper zu ihnen. Zunächst reimte die Tollität: "Ich hoffe, es möge mir gelingen, das Zepter so zu schwingen, dass ihr zufrieden mit mir seid." Zur Melodie "Kölsche Fiesta" der Klüngelköpp und einem auf Leichlinger Jecken umgemünzten Text brachte er Schwung in den Saal.

Als die Garde ihre Tanzdarbietungen zeigte, verließ ein Mädchen die Bühne. Dana Tietz (21) war mit dem linken Fuß umgeknickt. Obwohl sie hart in Nehmen sei und bei ähnlichen Vorfällen immer weiter tanze, habe sie diesmal die Bühne verlassen müssen, schilderte die junge Frau, die die Stelle umgehend kühlte. Nach kurzer Zeit war sie voller Zuversicht, am nächsten Tag beim Empfang der Blütenstädter wieder dabei sein zu können. "So lange man noch laufen kann, kann man auch tanzen", sagte sie da schon wieder lachend.

(gkf)