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Analyse: Bester Einbruchsschutz ist aufmerksamer Nachbar

Analyse : Bester Einbruchsschutz ist aufmerksamer Nachbar

Mobile Redaktion: Wie sicher ist Leichlingen? Bürgermeister Frank Steffes, von der Polizei Iris Hemeter, Michael Hülsen und Bernhard Danger. Alarmanlagenbauer Klaus Evertz und Frank Röttger vom Ordnungsamt im Gespräch mit Bürgern auf dem Mittwochsmarkt.

Eigentlich wünschen sich alle dasselbe - mehr Polizeipräsenz in Leichlingen. Sogar die Polizei selbst würde sich das wünschen: Dieses Fazit stand gestern am Ende der Diskussion bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post. Über die Frage "Wie sicher ist Leichlingen?" sprachen die Polizisten Michael Hülsen, Bernhard Danger und Iris Hemeter, Bürgermeister Frank Steffes, Frank Röttger vom Ordnungsamt und Alarmanlagenbauer Klaus Evertz mit vielen Bürgern auf dem Mittwochsmarkt. Steffes sagte: "Im Sinne der Bürger wünsche ich mir noch mehr Polizeipräsenz, um die gefühlte Sicherheit in Leichlingen zu verbessern."

 Viel los war bei der Mobilen Redaktion (oben links). Bezirksbeamtin Iris Hemeter im Gespräch mit Kindern (oben rechts). RP-Redakteur Peter Korn und Alarmanlagenbauer Klaus Evertz (unten v.r,.) sowie von der Polizei (unten l.v.l.) Michael Hülsen und Bernhard Dangerr, RP-Redakteurin Gundhild Tillmanns und Bürgermeister Frank Steffes (r.) waren auch mit dabei.
Viel los war bei der Mobilen Redaktion (oben links). Bezirksbeamtin Iris Hemeter im Gespräch mit Kindern (oben rechts). RP-Redakteur Peter Korn und Alarmanlagenbauer Klaus Evertz (unten v.r,.) sowie von der Polizei (unten l.v.l.) Michael Hülsen und Bernhard Dangerr, RP-Redakteurin Gundhild Tillmanns und Bürgermeister Frank Steffes (r.) waren auch mit dabei. Foto: Uwe Miserius

Michael Hülsen, Leiter der Polizeiwache Leichlingen, stimmte dem Bürgermeister zu: "Auch ich würde mir hier vor Ort noch mehr Polizeipräsenz wünschen. Wir schieben jetzt schon 60 bis 70 Überstunden vor uns her." Doch Hülsen, der auf 40 Jahre Polizeierfahrung zurückblickt, wünscht sich auch etwas vom Gesetzgeber: "Wir wünschen uns insbesondere bei jungen Menschen, dass die Strafe auf den Fuß folgen würde." Denn Straftaten bei jungen Menschen könnten "eine Phase" bleiben, wenn früh und schnell genug interveniert würde.

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Das große Thema der Mobilen Redaktion war die Furcht vor Wohnungs- und Hauseinbrüchen, die die Leichlinger offensichtlich umtreibt. Im Vorfeld der gestrigen RP-Aktion im Brückerfeld hatten Leser aber auch gefragt, weshalb sich die Polizei nicht um die nächtlichen Autorennen kümmere, die in der Innenstadt "von Halbstarken" lautstark ausgetragen würden. Der Wachleiter sagte dazu: "Wir halten die Rennfahrer an und erstatten auch Anzeigen. Wenn wir getunte Fahrzeuge herausfischen, dann gibt es auch eine Mängelkarte und manchmal sogar eine Stilllegung des Fahrzeuges." Zum Thema Wohnungs- und Hauseinbrüche appellierten die Polizisten, aber auch die Ordnungspartner Steffes und Röttger für ein Miteinander mit der Bürgerschaft: "Hundertprozentige Sicherheit können wir nicht liefern", gab der Wachleiter zu und merkte an: "Wir sind auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen." Die Sozialkontrolle sei immer noch die beste Prävention vor Einbrechern. "Wenn Bettler an der Haustüre schellen, und ein anderer derweil ums Haus schleicht....oder Autos mit ortsfremden Kennzeichen auffällig die Häuser entlang fahren", nannte Hülsen einige Beispiele, und appelliert er: "Dann sollten die Bürger immer sofort die 110 anrufen!" Denn es gebe natürlich auch auswärtige Einbrecherbanden, die in Leichlingen operierten, obwohl es den(!) Einbrecher genauso wenig gebe, wie das(!) Tatobjekt. Vom luxuriösen Haus bis hin zur Etagenwohnung oder dem Keller: Gelegenheitseinbrecher oder Drogensüchtige seien da nicht wählerisch - insbesondere, wenn sie regelrecht eingeladen werden.

Solche Einladungen könnten übrigens auch hohe Hecken oder Mauern sein: "Wir Leichlinger mauern uns mit unseren Häusern immer mehr ein. Dann bekommen die Nachbarn nichts mit, wenn Einbrecher in unsere Häuser einsteigen", meinte Bürgermeister Steffes, der zugab: "Meine subjektive Wahrnehmung ist, dass die Kriminalität in Leichlingen mehr geworden ist." Objektiv sei dem nicht so, versicherte Hülsen. Der Wachleiter stellte aber nicht in Abrede, dass die persönliche Wahrnehmung eine wichtige Rolle spiele. Und das Sicherheitsgefühl wolle die Polizei im Verbund mit dem Ordnungsamt vor allem auch durch Präsenz stärken. "Präsenz bedeutet aber nicht, dass wir immer im Brückerfeld zu sehen sind", betonte Hülsen. Die drei Leichlinger Bezirksbeamten seien zu 80 Prozent ihrer Tätigkeit im Außendienst, wozu aber nicht nur Gänge durch die Stadt gehörten, sondern auch Streifenfahrten zum Beispiel nach Witzhelden. Frank Röttger vom Ordnungsamt lud die Bürger ein: "Wir sind Ansprechpartner für die Leute auf der Straße." Und Bezirksbeamtin Iris Hemeter scherzte: "Wir gehen gemütlich, das nennen wir den Bezirksdienstgang, schön langsam, damit uns die Leute auch ansprechen können."

(RP)