Starkregen: Besser gewappnet für die Katastrophe

Starkregen : Besser gewappnet für die Katastrophe

Das Juni-Unwetter hat Leichlingen mit voller Wucht erwischt. Die Arbeitsgruppe „Starkregen“ hat am Donnerstag im Rat ihre Ergebnisse vorgestellt. 

Warum hat der Starkregen im Juni dieses Jahres derart massive Schäden in Leichlingen verursacht? Was kann die Stadt schnell und möglichst kostengünstig tun, um das künftig zu verhindern? Im Rat hat Lars Helmerichs, Leiter des städtischen Abwasserbetriebs, am Donnerstag die Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft „Starkregen“ vorgestellt.

Seit diesem Sommer haben sich Vertreter der Stadt, des Kreises, des Wupperverbandes, der Kommunalagentur und der Landwirtschaftskammer NRW sowie der Leichlinger Bauernschaft dreimal an besonders vom Unwetter betroffenen Stellen im Stadtgebiet getroffen und beraten. Herausgekommen sind Vorschläge, die die Kommune allerdings größtenteils nicht selbst umsetzen kann: Hier liegt es vielerorts bei den privaten Grundstückseigentümern und Landwirten, die Ideen aufzugreifen.

Am Pilgerheim Weltersbach schlägt die AG beispielsweise vor, den Durchlass des Weltersbachs mitten im Dorf zu ertüchtigen. Der Bach war beim Unwetter im Pilgerheim zum reißenden Fluss geworden und hatte Brücken beschädigt. Oberhalb des Pilgerheims empfehlen die Fachleute, an den Stellen, an denen die Leichlinger Starkregenkarte den stärksten Wasserabfluss prognostiziert, Verwallungen in die Böden einzuziehen. Im Juni war besonders viel Wasser von den Feldern und Hängen ins Pilgerheim gelaufen.

Extrem betroffen waren auch Büscherhöfen und die Hasensprungmühle. Hinter den Teichen am Seniorenwohnheim schlägt die Arbeitsgemeinschaft unter anderem vor, eine Überschwemmungsfläche auf der großen Wiese einzurichten. Dasselbe könnte auf dem Areal westlich von Büscherhöfen entlang der Alten Holzer Straße geschehen, so dass das Wasser des Weltersbachs nicht mehr ungebremst in die Wohnbebauung fließt. Früher wurde es für die Wasserkraft der Alten Mühle gebraucht, nun könnte es über die Wiese entlang der L294 in Richtung Wupper abgeleitet werden.

Auch mit den Wiesen und Feldern oberhalb von Unterberg und Hülstrung hat sich die Arbeitsgemeinschaft beschäftigt. Anhand der Starkregenkarte und mit den Erfahrungen, die die Anwohner machen mussten, lässt sich erkennen, wie sich das Wasser seinen Weg gebahnt hat. Auch hier empfehlen die Fachleute, auf den Flächen Verwallungen aufzuschütten, so dass das Wasser gebremst wird.

„Der Maisanbau war offenbar nicht das Problem, schon eher die Topografie der Gelände“, betonte Lars Helmerichs. Als Teil-Lösungen kämen Erosionsschutzstreifen infrage, ebenso, Felder quer zum Hang zu pflügen. Als eine Maßnahme wird die Landwirtschaftskammer NRW Beratungsgespräche mit Landwirten aufnehmen. Liefern sie keine Ergebnisse, wird die Untere Bodenschutzbehörde des Kreises formal eingebunden.

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