Berthold Welter und Roland Pfennigstorf gehen auf die Straße

Berthold Welter und Roland Pfennigstorf : Kunstaktion zeigt Kraft der Bäume

Berthold Welter und Roland Pfennigstorf pflanzen am Sonntag einen Baum im Stein.

Als Teil der diesjährigen Straßengalerie sind die Ölbilder von Roland Pfennigstorf und Skulpturen von Berthold Welter schon seit einer Woche in der Geschäftsstelle von Bündnis 90/ Grünen zu sehen. Offiziell wird diese erste Kunstausstellung in der Grünen-Dependance an der Kirchstraße 30 aber am Sonntag um 11 Uhr eröffnet – und zwar mit einer nachhaltigen Aktion.

Welter hat einen würfelförmigen Stein von etwa 50 Zentimeter Kantenhänge so behauen, dass von außen eine Menschenmenge zu sehen ist, die Roland Pfennigstorf dann koloriert hat. In die Mitte des Steins hat der Bildhauer ein Loch von zwölf Zentimeter Durchmesser gebohrt, durch das am Sonntag die zusammengebundene Krone eines jungen Baumes gezogen wird. Anschließend wird der Baum an der Kirchstraße gepflanzt. Mit vereinten Kräften und mit Hilfe einiger Stricke, erklärt Welter.

Dieses Bäumchen ersetzt einen gefällten Vorgänger, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hatten vorher die alten Wurzeln ausgefräst, die Erde ausgewechselt und den passenden Baum besorgt. Der hat zunächst noch genügend Platz inmitten der steinernen Menschenmenge, aber im Laufe der Jahre dürfte es eng werden. „Entweder machen die Menschen dann Platz oder das war’s dann für den Baum“, erklärt der Leichlinger Bildhauer seine Gedanken hinter dem grünen Kunstprojekt.

Immerhin hat er vorgesorgt, so dass Hilfsmaßnahmen für den Baum relativ einfach möglich sind. Von außen nicht sichtbar hat er bereits vier Löcher als Sollbruchstelle in den Stein gebohrt. Mit Hilfe von Keilen ließe sich die Skulptur später sprengen. Vorausgesetzt, dass man achtsam ist und sich jemand verantwortlich fühlt.

Am Sonntag gibt es noch eine zweite Aktion, an der sich alle Besucher der Vernissage beteiligen können, indem sie kleine Buchensetzlinge mitnehmen und dafür etwas in die Spendenkasse legen. Die soll der Leverkusener Offenland Stiftung zu Gute kommen, die sich dafür einsetzt, nicht bewirtschaftete und genutzte Flächen so zu begrünen, dass sie wieder für Insekten interessant werden.

Vor einiger Zeit hatte Berthold Welter bei den Leichlinger Grünen einen Vortrag über die Idee und die Projekte gehört, die er ausgesprochen unterstützenswert findet. Als er dann bei seiner Tochter in Aachen die unzähligen Nachkommen einer riesigen Hainbuche sah, kam ihm die Idee. „Wenn die Rasen mähen, dann mähen sie eigentlich vorwiegend Setzlinge“, erzählt er. Also konnte er reichlich Pflänzchen mitnehmen, die nun ihre neuen Standorte finden und ihrerseits vorbereitete Tuffsteine sprengen sollen. Quasi als Demonstration der ungeheuren Kräfte der Natur.

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