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Leichlingen: Bei Sekundarschule Vereine mit ins Boot holen

Leichlingen : Bei Sekundarschule Vereine mit ins Boot holen

Die neue Sekundarschule bringe, so sagt die Stadt, eine Veränderung des Profils der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit mit sich. Trifft sie auch die Sportvereine? Die beklagen bereits jetzt Probleme durch den Schul-Ganztag.

Der Jugendhilfeausschuss hat jetzt dem Rat empfohlen, die Laufzeit des Kinder- und Jugendförderplanes der Jahre 2010 bis 2014 um ein Jahr bis 2015 zu verlängern. Ursprüngliche sollte der Plan für die Jahre 2015 bis 2020 fortgeschrieben werden.

Davon will die Stadt nun unter anderem deshalb ab, weil sie die Einrichtung der Sekundarschule abwarten möchte. Denn die mache eine Veränderung des Profils der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit erforderlich und könne auch Auswirkungen auf die Zielsetzung und Angebotsstruktur der freien Träger haben, heißt es in der Ratsvorlage. Ob die Sekundarschule aber Auswirkungen auf das Angebot beispielsweise der Sportvereine haben wird, ist offen.

"Wir haben bereits heute Kooperationen mit der Hauptschule und dem Gymnasium", sagt Walter Uhr, Vorstandsmitglied des Tennisclubs Blau-Weiß. Es sei daher egal, welchen Namen die Schule zukünftig trage, denn: "Die größten Veränderungen hat unser Verein bereits durch die Einführung der Ganztagsschule erlebt. Durch die veränderten Zeiten bricht vieles weg."

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Ähnlich geht es dem Leichlinger Turnverein (LTV). "Wir kämpfen noch mit dem Langtag", bekennt der LTV-Vorsitzende Martin Hasenjäger. Kindern unter zehn Jahren Trainingszeiten nach 18 Uhr anzubieten, sei unmöglich. Die lange Hallenbelegung der Schulen mache dem Sportverein deshalb Probleme. Über die Auswirkungen der Sekundarschule hat sich der LTV noch keine Gedanken gemacht, ihn beschäftigt im Moment mehr die noch bis November nicht nutzbare Halle Am Hammer.

Obwohl kein freier Träger im Sinne der Ratsvorlage, muss sich auch die Musikschule mit ihrem Angebot an Kinder und Jugendliche mit der veränderten Schullandschaft auseinandersetzen. "Die Sekundarschule wird sich nicht anders auswirken als der Ganztag, und der kostet uns Schüler", sagt Musikschulleiter Andreas Genschel.

Die Musikschule müsse daher neue Strukturen finden, beispielsweise, indem sie mit Grund- und weiterführenden Schulen kooperiert und die musikalische Förderung in den Schulalltag integriert. Hier sieht Genschel durch die neue Sekundarschule Chancen: "Ich hoffe, dass wir bei der Konzeption der Sekundarschule stärker berücksichtigt werden als bisher."

Die Integration des Musikangebotes in die Schule bietet seiner Ansicht nach auch klare Vorteile: Spreche sie bislang vor allem Kinder und Jugendliche aus dem sogenannten Bildungsbürgertum an, erreiche sie in den Schulen ganz neue Zielgruppen. "Dafür aber müssen wir unsere Angebotsstruktur komplett umstellen", sagt Andreas Genschel.

(imbo)