Balker Aue Stadtranderholung – eine Woche das Handy in der Tasche lassen

Gekonnt schiebt Lenni die Kugel in die Tasche des Billardtisches. Die vergangenen Tage hat er im Jugendzentrum an der Balker Aue verbracht. Dass er und sein Freund Martin bei den „Staralympics“ gut abgeschnitten haben, sei ihm schon vor der Siegerehrung klar gewesen.

 Mit der Wasserspritze Bälle über die Linie bringen ist gar nicht so einfach. Bei den „Staralympics“ war es eine von vielen Disziplinen.

Mit der Wasserspritze Bälle über die Linie bringen ist gar nicht so einfach. Bei den „Staralympics“ war es eine von vielen Disziplinen.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Der sportliche Geschicklichkeitswettbewerb war der Abschluss der diesjährigen Stadtranderholung für Kinder der Blütenstadt.

Viele von ihnen kamen eine Woche lang täglich zu Sozialarbeiterin Anna-Catharina Bircher und ihren Kolleginnen. Gemeinsam unternahmen die acht- bis zwölfjährigen Jungen und Mädchen Ausflüge, besuchten den Kölner Zoo, begaben sich auf Schnitzeljagd durch Leichlingen und fanden neue Freunde beim Spielen vor den Türen des Jugendzentrums.

Wichtig war dabei vor allem eines, wie Bircher betont: „Es waren alles Dinge, bei denen das Handy mal keine Rolle spielte.“ Die Ablenkungen aus der Hosentasche blieb in der Zeit von 10 bis 17 Uhr, von Montag bis Freitag, einfach mal genau dort: in der Hosentasche.

Lenni und Martin jedenfalls hat dieses Konzept gut gefallen. Sie hätten neue Freunde gefunden, erzählen sie. Bei den „Staralympics“ jedoch hätten sie sich dann trotzdem durchgesetzt. Da seien sie sich sicher.

Der kleine Geschicklichkeitswettbewerb verlief über sieben Stationen. Mit einem Partner spielten die Kinder dabei gegen ein anderes Team, immer zwei gegen zwei. Klassische Spiele wie Sackhüpfen und Apfeltauchen gehörten genauso zum Parcours wie beispielsweise ein Blindenlauf. Das Tauchen nach den süßen Äpfel sollte sich allerdings als die bei den Kindern beliebteste Station herausstellen. Und Martin erklärte auch gleich mal wieso: „Weil wir die Äpfel danach essen konnten.“ Kinder erfreuen sich eben an den kleinen Dingen.

Streit hatte es unter den vielen Kinder unterdessen nicht gegeben – auch nicht während der Spiele. „Natürlich versucht das ein oder andere Kind dann mal zu Schummeln“, berichtete Schulsozialarbeiterin Jessica Meier. Doch die vielen wachen Augen der Aufpasser hätten das unmöglich gemacht.

Nach der Siegerehrung folgte dann der endgültige Höhepunkt der Woche: die große Wasserschlacht. Bei den Temperaturen der vergangenen Woche tat eine Erfrischung mit viel kühlem Nass in der Tat besonders gut. Selbst die eigentlich so anspruchslosen Kinder hatte die Hitze ins Haus getrieben. „Normalerweise haben sie jede Sekunde draußen verbracht“, erzählt  Bircher.