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Bei den Sockensitzungen ging es in Leichlingen hoch her

Sockensitzung der KG Kirchstraße : Ein Hoch auf die närrischen Ehrenamtler

Bei den Sockensitzungen Streich 1 und Streich 2 ging es in der Blütenstadt hoch her.

Ausgelassene Stimmung, tolles Programm und jecker Frohsinn mit bunten und schrillen Gästen, die wissen, wie man Fastelovend feiert: So lässt sich die „Sockensitzung“ 2020 kurz und knapp beschreiben, die sich im 23. Jahr zum festen Bestandteil des Karnevals in der Blütenstadt entwickelt hat. In Socken kommt längst keiner mehr, seit die Veranstaltung im Jahr 2005 aus Platzgründen in die Toscana-Halle verlegt wurde. Als die 1. Kleine KG Kirchstraße noch mit rund 180 Eltern und Lehrern in der Turnhalle feierte, war der Name stets Programm. Die erste „Sockensitzung“ organisierte der Schulverein der katholischen Grundschule Kirchstraße mit dem damaligen Schulleiter – und späteren Vorsitzenden der Karnevalsgesellschaft – Winfried Reichwald. „Diese Art Karneval zu feiern hat sich bei der Sockensitzung bewährt“, bemerkte Reichwald im Vorwort des Programmheftes.

Und das werde auch in Zukunft so bleiben, unterstrich Präsident Norbert Knoll am Samstag, obwohl die Stadt Leichlingen – zum Leidwesen aller Beteiligten – fürs nächste Jahr bereits eine drastische Erhöhung der Sicherheitsauflagen angekündigt habe. „Wir versuchen unsere Probleme zu regeln“, versicherte Knoll. „Tatsache ist aber, dass es zunehmend schwieriger wird, unser rheinisches Brauchtum aufrecht zu erhalten“, sagte der Präsident, und merkte ebenfalls an: „Wichtig ist, dass die Sockensitzung ein Zusammenspiel aller ist: ohne zupackende Hände und Gönner gäbe es keine ansprechende und bezahlbare Veranstaltung.“

Zum „Sockenteam“ gehören etwa 30 Mitarbeiter, die unter anderem in der „Sockenschänke“, an der Garderobe und beim fünf Tage währenden Auf- und Abbau helfen. Denn vor der eigentlichen zweitägigen Veranstaltung muss sämtliches Mobiliar in die „nackte“ Halle gebracht und aufgestellt werden. Es gibt Helfer, die man nicht erst lange bitten muss, sondern die einfach immer da sind. Dazu gehören Kira und Randolph Trommer. Das Ehepaar – beide stammen ursprünglich aus Leverkusen, wohnen aber seit 1988 in Leichlingen – engagiert sich unermüdlich und ist bei vielen Gelegenheiten stets zur Stelle.

Es war also nur eine logische Konsequenz, dass sie am Samstag – beim sogenannten zweiten Streich – für ihre Verdienste mit der „Ehrensocke in Gold“ ausgezeichnet wurden. Beide waren völlig überrascht, als sie plötzlich vom Präsidenten auf die Bühne geholt wurden. Kira hatte bei der Zeremonie sogar Tränen in den Augen. Lachend sagte sie hinterher: „Wir engagieren uns auf jeden Fall weiter, hätten es aber auch ohne Auszeichnung gemacht.“

Gemeinsam mit den Empfängern freute sich Gaby Nagel, die im Vorjahr geehrt wurde. Wie ihre Kollegen gehört auch sie seit vielen Jahren zu den fleißigen Helfern im Hintergrund, die das närrische Treiben erst ermöglichen. Sie sei im letzten Jahr stolz und freudig überrascht gewesen, erläuterte Gaby Nagel, und habe die Ehrung als Anerkennung ihrer Arbeit verstanden.