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Leichlingen: Bauern beklagen Ernteausfälle

Leichlingen : Bauern beklagen Ernteausfälle

Während die Landwirte in NRW eine positive Erntebilanz ziehen, sprechen die Leichlinger von durchschnittlichen Getreide-Erträgen. Die Obstbauern beklagen hohe Ernteverluste.

Die Bauern in NRW haben in diesem Sommer deutlich mehr ernten können als im Vorjahr: Insgesamt 3,86 Millionen Tonnen an Weizen, Roggen, Gerste und Ha–fer. Grund dafür ist vor allem das warme und trockene Wetter dervergangenen Wochen, sagen Experten.

Doch es scheint regionale Unterschiede zu geben: Die Bauern in Leichlingen ziehen eine gemischte Erntebilanz. Landwirt Willi Conrads, der auf 50 Hektar Gerste und Weizen anbaut, spricht von "durchschnittlichen" Erträgen. "Der Frost im Februar brachte ein paar Probleme mit sich", berichtet der 52-jährige Leichlinger. Beim Raps lägen die Erträge in diesem Jahr aber deutlich über denen des Vorjahres. "Ich bin zufrieden", zieht der Landwirt Bilanz. Rainer Städtgen, der auf 70 Hektar Fläche Weizen, Roggen und Gerste anbaut, spricht von einer "ordentlichen" Ernte. "Ich kann mich nicht beklagen." Beim Weizen sei die Ernte jedoch weniger üppig gewesen. "Das hängt mit dem Frost im Februar und den Nachtfrösten im April und Mai zusammen", sagt der 46-Jährige.

Deutlich unter dem Vorjahr

Die Leichlinger Obstbauern dagegen haben in diesem Jahr eine schlechte Ernte eingefahren. "Meine Ernte liegt in diesem Jahr deutlich unter dem Vorjahr", berichtet Thomas Conrads, der die Bergische Bauernscheune in Leichlingen bewirtschaftet. Auf 18 Hektar Fläche baut der Obstbaumeister unter anderem Äpfel, Birnen, Erdbeeren und Strauchbeerenobst an. "Die Nachtfröste im April und Mai haben dem Obst nicht gut getan. Ich rechne mit Verlusten von bis zu 40 Prozent", sagt der 46-Jährige. Die Erdbeerernte dagegen sei normal ausgefallen. Insgesamt beliefen sich die Verluste aber auf bis zu 70 Prozent. "Das hat zur Folge, dass wir in diesem Jahr kein Obst zum Großmarkt bringen werden."

Friedrich Appenrodt, der Erdbeeren, Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen anbaut, berichtet ähnliches: Die Erdbeerernte ist wider Erwarten normal ausgefallen, bei der Obsternte rechne ich 30 Prozent weniger Ertrag.

Vor allen Dingen die Apfelernte ist bescheiden ausgefallen, sagt der 52-jährige Obstbaumeister. Den geringen Ernteertrag bekommen vor allem die Verbraucher zu spüren: "Wenn das Angebot knapp ist, steigen die Preise", betont der Experte. In welchem Maße, bleibe abzuwarten. Einen Apfel-Engpass werde es aber nicht geben. Auch Michael Altmeyer klagt über Ernteverluste wegen des langen Winters und ungünstigen Wetters zur Blütezeit: "Ich rechne mit Verlusten von bis zu 30 Prozent", sagt der Agraringenieur, der auf den Anbau von Erdbeeren und Beerenobst spezialisiert ist. "Die Lohnkosten in diesem Jahr waren überproportional hoch, wir mussten einen großen Teil der Ernte wegen Witterungsschäden aussortieren", berichtet der 50-Jährige.

"Getreide zu einem guten Preis"

Die durchschnittliche Ernte können die Bauern aber durch die steigenden Getreidepreise kompensieren. "Wir können das Getreide zu einem guten Preis verkaufen", bestätigt Rainer Städtgen von der Roderhof GbR.

(RP/url)