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Leichlingen: Bahnhofkiosk zieht in Container

Leichlingen : Bahnhofkiosk zieht in Container

Der Runde Tisch mit Kioskbetreiber, Verkehrsbetriebe Hüttebräucker, Stadt und Deutsche Bahn gestern im Rathaus war erfolgreich: Roland Mahl soll mit seinem Bahnhofkiosk in einen Container umziehen. Und es ging noch um mehr.

Rund zwei Wochen, nachdem er seinen Kiosk im Leichlinger Bahnhofgebäude schließen musste, kann Roland Mahl wieder lachen. Nach Eröffnung des Ersatzbahnsteiges im Zuge der Umbauarbeiten waren dem Geschäftsmann 90 Prozent des Umsatzes weggebrochen. Mahl kündigte seinen Mietvertrag fristlos. Doch seit gestern hat er wieder eine Perspektive.

Da traf sich der engagierte Kioskmann im Leichlinger Rathaus mit Bürgermeister Ernst Müller, Vertretern der DB Netz und DB Immobilien sowie der Verkehrsbetriebe Hüttebräucker zu einem "Runden Tisch".

An dessen Ende stand fest: Mahl bekommt einen Standort auf Bahngelände am neuen Behelfsbahnsteig, auf dem er einen Verkaufscontainer aufstellen kann. "Das ist jetzt wirklich mal eine gute Nachricht", sagte er später gegenüber unserer Zeitung. Nach all den Nackenschlägen der jüngeren Vergangenheit, habe er jetzt wenigstens wieder eine Perspektive.

Auch Parkplatzfrage erörtert

Die Kioskfrage war jedoch nicht die einzige, die gestern auf der Tagesordnung stand, wie Bürgermeister Ernst Müller auf Anfrage erläuterte. Geklärt wurde unter anderem:

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r Parkplätze Für die erste Umbauphase soll die Materiallagerfläche optimiert werden, so dass Parkplätze erhalten bleiben. Ab Mitte kommenden Jahres, wenn es mit dem eigentlichen Umbau des Bahnsteigs losgeht, werden auf dem Schrebergartengelände an der Lanwehrstraße um die 25 Ersatzparkplätze geschaffen.

r Fahrräder "Wir haben die Bahn eindringlich darauf hingewiesen, dass wir Abstellplätze für Fahrräder brauchen", berichtet Müller. Dem wolle die Bahn wohl auch nachkommen. "Zurzeit werden zwei Optionen geprüft."

r Gleisabsperrungen Auch das Thema "Einfriedungen" wurde gestern intensiv angesprochen. Den Bahnvertretern wurde gesagt, dass es zurzeit noch viel zu leicht möglich sei, quer über die Gleise auf den neuen Behelfsbahnsteig zu gelangen – angesichts durchfahrender Intercitys ein lebensgefährliches, aber dennoch immer wieder zu beobachtendes Unterfangen. Die Bahn-Vertreter sagten gestern zu, unter anderem mit Bauzäunen den Zugang deutlich zu erschweren.

r Barrierefreiheit Die städtische Kritik, dass der neue Bahnhofszugang für Behinderte viel zu problematisch sei, nahm die Bahn offenbar entgegen, verwies aber darauf, dass es sich beim augenblicklichen Zustand eh um ein Provisorium handele. "Die Begründung ist für uns nicht akzeptabel", betont Müller: "Schließlich soll das Provisorium zwei bis drei Jahre Bestand haben." Das sei unzumutbar für die Betroffenen.

Kein Provisorium soll es in Sachen westlicher Bahnhofszugang geben. Das Risiko, dass dort etwas entstehe, das am Ende aller Umbauarbeiten doch nicht passt, bewerteten die Gesprächsteilnehmer als hoch. Das städtische Bebauungsplanverfahren soll aber fortgeführt werden, um die Voraussetzungen zu schaffen. "Interessant" findet Müller in diesem Zusammenhang das Argument der Bahnverantwortlichen, warum die Stadt einen hohen Kostenanteil tragen soll – geschätzte 100 000 Euro: "Die sagen, es handele sich dabei um eine Verbindung zweier Stadtteile."

(RP/rl)