Für einen digitalen Zwilling der Stadt Auto „Adlerauge“ scannt Leichlingens Straßennetz

Leichlingen · Im Auftrag des Tiefbauamts ist derzeit ein Messfahrzeug unterwegs und sammelt Daten für den Aufbau eines Straßenkatasters.

 So sieht er aus, der Messwagen des beauftragten Unternehmens Eagle Eye Technologies.

So sieht er aus, der Messwagen des beauftragten Unternehmens Eagle Eye Technologies.

Foto: RP/Eagle eye

Am Freitag sollte er erstmals durch Leichlingen fahren, der silberfarbene Lieferwagen mit dem orangefarbenen Gerüst auf dem Dach, und er wird in den nächsten Tagen sicher noch etlichen weiteren Blütenstädtern ins Auge fallen. Angeheuert hat das Messfahrzeug und seine Besatzung das städtische Tiefbauamt. Es wird binnen etwa einer Woche Leichlingens Straßen abfahren und filmen, die Fahrbahnen ebenso wie die Infrastruktur wie Ampeln oder Verkehrsschilder. Ziel ist der Aufbau eines Straßenkatasters, teilt die Stadt mit.

Beauftragt mit der Erhebung der Straßenbestands- und Zustandsdaten wurde das Unternehmen Eagle Eye Technologies. Nach der Aufnahme werden die Daten für das städtische Tiefbauamt aufbereitet und dokumentiert. Mithilfe des erstellten „digitalen Zwillings“ von Leichlingen können die städtischen Ingenieure die Straßeninfrastruktur dann komfortabler verwalten, planen sowie „systematisch und effizient“ sanieren.

Insgesamt etwa 140 Kilometer kommunaler Straßen und Wege nimmt das Eagle-Eye-Fahrzeug auf. „Die zuständigen Mitarbeiter haben die Straßenerhaltung im Blick, können Vergleiche zu bereits vorhandenen Daten ziehen, Prognosen ermitteln und Maßnahmen sinnvoll planen“, erläutert Bürgermeister Frank Steffes das Projekt. Bei Bedarf werde es die Möglichkeit geben, jeden Straßenabschnitt direkt am Rechner in Augenschein zu nehmen. „Das spart Zeit und Geld für Begutachtungen vor Ort und macht unsere Arbeit noch deutlich effektiver“, so Steffes.

Die Erfassung geschieht, wie der Firmenname „Eagle Eye“ andeutet, mit Adleraugen: Die Fahrzeuge sind mit speziellen Sensoren ausgestattet, mit deren Hilfe die Straßenflächen während der Befahrung erfasst werden. Zahlreiche Kameras filmen gleichzeitig den Straßenraum und nehmen die Verkehrsanlagen auf. Die Daten würden ausschließlich zu internen Zwecken, also für die Dokumentation der kommunalen Verkehrsinfrastruktur, genutzt, betont die Stadt.

Da die Datenaufnahme wetterabhängig sei, müsse die Befahrung in einem Zeitfenster stattfinden, für das über mehrere Tage stabiles Wetter vorhergesagt wird. Im Ergebnis erhalte die Verwaltung exakte Zustandsdaten aller Straßenflächen. Die digitalen Daten würden später auch in das örtliche Geoinformationssystem eingepflegt, so die Stadt.

(gut)