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Auf Witzheldener Sportplatz ist der Elfmeterpunkt zerschnitten

Unbekannte traktieren Kunstrasen mit Messer : Im Höhendorf ist der Elfmeterpunkt zerschnitten

Wohl mit einem Messer haben Unbekannte den Kunstrasen am Sportplatz Scharweg an entscheidender Stelle traktiert. Ergebnis: 50 mal fünf Zentimeter Schaden direkt am Elfmeterpunkt. Weil das Gewebe schwer zu durchtrennen ist, sei vermutlich nicht der ganze Punkt ausgeschnitten worden, beurteilt der Platzwart.

Zur Fußball-WM 1982 sagte Paul Breitner diesen schönen Satz: „Da kam das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief’s ganz flüssig.“ Was hätte Breitner wohl gesagt, wenn damals der Elfmeterpunkt gefehlt hätte? Vermutlich erstmal nichts. Aber geschaut hätte er vermutlich so wie es Detlef Bertram am Mittwochmorgen in Witzhelden tat: zart fassungslos. Denn im Kunstrasen klaffte ein frisches Loch. Da, wo kurz zuvor der Elfmeterpunkt noch unbeschadet auf glanzvolle Abschüsse wartete. „Da haben Unbekannte am Elfmeterpunkt offenbar mit einem Messer den Rasen kaputtgeschnitten“, sagt Bertram. Gut 50 Zentimeter in der Länge und fünf Zentimeter in der Breite misst das Loch im Belag. Vielleicht hatten die Täter ein zu stumpfes Messer mit, überlegt der Platzwart der Stadt Leichlingen laut, „unter dem Rasen gibt es ein sehr festes, schwer zu durchtrennendes Gewebe“. Das Rausreißen des ganzen Elfmeterpunkts habe wohl deshalb nicht funktioniert. Es ist nicht das erste Mal, dass der Kunstrasenplatz im Höhendorf Schauplatz von Vandalismus wird. Vor drei Jahren etwa hatten Unbekannte unter anderem den Rasen mit zerbrochenen Biergläsern „verziert“. Der Platzwart hatte damals reichlich zu tun, die überall verstreuten Glassplitter aufzulesen.

Besonders ärgerlich ist der Rasenschaden, weil der Platzwart erst in der vergangenen Woche den Platz „schön gemacht“ hatte, unter anderem die Hülsen von Pflanzen aufsammelte, damit im empfindlichen Rasen nicht das Grün Ankerpunkte findet und sprießt. „Kunstrasen braucht Pflege, den darf man nicht vernachlässigen“, betont Bertram. Denn der Rasen wird nach der Corona-Pause wieder zart getreten: „Der Trainingsbetrieb hat wieder angefangen.“

Detlef Bertram zeigt das längliche Loch im Rasen am Elfmeterpunkt. Unbekannte haben den Kunstrasen mit dem Messer traktiert. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Ohnehin ist Bertram dieser Tage im Kontrollmodus. Mehrfach in der Woche werden die beiden Kunstrasenanlagen in Leichlingen und im Höhendorf angesteuert. „Die Zerstörungswut einiger Leute ist derzeit sehr hoch“, merkt er an. Ob es Teenager sind oder Erwachsene, die den Kunstrasen ins Visier genommen haben, vermag der Platzwart nicht zu sagen. Vielmehr muss nun Ersatz fürs Elfmeter-Loch her. Bertram hat Kontakt zum SV Schlebusch in Leverkusen aufgenommen. Der Verein dort hat gerade einen neuen Kunstrasen bekommen. Die Sanierung des Platzes sollte erst im Sommer laufen, wurde durch die Corona-Zwangspause auf April/Mai vorgezogen. Das könnte sich als Glücksfall fürs Höhendorf entpuppen. Vielleicht gebe es noch Reste vom alten Rasen, die das wichtige Loch in Witzhelden füllen könnten. „Ob das mit Schlebusch klappt, müssen wir abwarten.“

Warten ist auch das Stichwort, das Bertram ins Spiel bringt, wenn es um eine Fachfirma geht, die das Loch am mitunter spielentscheidenen Punkt auf dem Platz flicken könnte. Das Unternehmen, das den Rasen aufbrachte, habe derzeit sehr viel zu tun, wisse er aus anderen Kommuen, die auf ihren Kunstrasen warteten. „Bis die rauskommen, das wird wahrscheinlich dauern.“ Detlef Bertram hofft auf die schnellere Lösung mit dem SV Schlebusch.