Leichlingen: "Arthuro" dramtische Rettung

Leichlingen: "Arthuro" dramtische Rettung

Ungewöhnlicher Lebensrettereinsatz in den Leichlinger Sandbergen: Dort hatte sich der Podenco-Rüde eines Solinger Spaziergängers auf einen Steilhang-Vorsprung verirrt und kam weder vor noch zurück. Ein Feuerwehrmann seilte sich ab und bewahrte das Tier vor dem Sturz in die Tiefe.

Die Beschreibung im Lexikon ist eindeutig: "Im Haus sind sie eher ruhige, sanfte Zeitgenossen, draußen aber wollen sie ihre eigentliche Aufgabe übernehmen, die Jagd", heißt es in der Beschreibung für die Hunderasse Podenco. Genau dieses Jagd-Verhalten wäre dem Podenco-Rüden "Arthuro" jetzt um ein Haar zum Verhängnis geworden.

Sein Herrchen, ein Solinger, der gerne zum Spazierengehen in die Blütenstadt kommt, war am vergangenen Sonntag mit dem Hund im Bereich des Naturschutzgebiets Leichlinger Sandberge unterwegs, als "Arthuro" plötzlich ein Kaninchen entdeckte und sofort die Verfolgung aufnahm. Im Verlauf der wilden Jagd verirrte er sich auf ein winziges Podest im Steilhang in etwa zwölf Meter Höhe.

"Als wir dort ankamen, war deutlich zu sehen, dass das Tier weder vor noch zurück konnte", berichtete Feuerwehrsprecher Thomas Schmitz Dienstag. Um 17.44 Uhr hatte "Attilas" Besitzer den Löschzug 1 (Stadtmitte) alarmiert. Für die Wehrleute war schnell klar: "Rettung kommt nur von oben in Frage."

Vollkommen ruhig abgewartet

Zum Glück gebe es in Nähe zur Steilhangkante mehrere starke Bäume, an denen sich problemlos ein Seil befestigen ließ, berichtet Thomas Schmitz. Deshalb habe man sich dafür entschieden, einen Feuerwehrmann abzuseilen.

"Arthuro"scheint offenbar gespürt zu haben, dass ihm geholfen werden sollte. "Das Tier hat weder gebellt noch gewinselt und überhaupt einen vollkommen ruhigen Eindruck gemacht", schildert der Feuerwehrsprecher. Kein Problem also für die Retter.

  • Fotos : Leichlingen: Feuerwehr rettet Hund

Eine gute halbe Stunde nach der Alarmierung konnte der Solinger seinen Hund wieder in die Arme nehmen. "Arthuro" begrüßte ihn freundlich, ließ sich dann genüsslich kraulen und schien den Ausflug auch sonst unbeschadet überstanden zu haben.

Es ist übrigens nicht die erste ungewöhnliche Tierrettung, zu der die Leichlinger Feuerwehr in der jüngeren Vergangenheit gerufen wurde.

Schwan Im August 2007 mussten Feuerwehrleute in Diepental einem entkräfteten Schwan helfen, der von einem Passanten gefunden worden war. Das Tier konnte sich nicht mehr fortbewegen. Die Retter schützten den Schwan zunächst mit einer Decke. Nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt wurde in Köln ein spezieller Tierrettungswagen geordert, der den Vogel in eine Tierklinik brachte.

Kuh Weniger glimpflich verlief der Ausflug einer Kuh auf das Wellblechdach eines Schuppens am Sieferhof im August 2009. Das Tier war zusammen mit zwei Artgenossen von einer rund zwei Kilometer weit entfernten Weide ausgebüxt und auf der Flucht vor seinem Besitzer über einen Misthaufen auf den Schuppen geklettert. Das Dach hielt dem Gewicht des Tieres nicht stand, die Kuh stürzte drei Meter tief und starb. Die beiden anderen Ausreißer konnten eingefangen werden.

Ente Im April dieses Jahres dann gab es noch einen dramatischen Rettungseinsatz um ein Entenküken Am Hasensprung. Das Tier hatte sich in einer Angelschnur verfangen und drohte im Fischteich zu ertrinken. Feuerwehrleute befreiten es und setzten es wieder in die Natur.

"Tiereinsätze gehören immer wieder zu unserem Aufgabenbereich", bestätigt auch Feuerwehrsprecher Schmitz. Insofern war auch "Attila" also in guten Händen.

(RP)
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