Leichlingen: Architekt kämpft um seine Planung

Leichlingen: Architekt kämpft um seine Planung

Der mit der Umgestaltung der Innenstadt beauftragte Architekt Bernhard Reiser hat offenbar Differenzen mit Projektentwickler Horst Alexander Spitzkopf. Der will die Planung abspecken – mit Reiser ist das "nicht zu machen".

Der mit der Umgestaltung der Innenstadt beauftragte Architekt Bernhard Reiser hat offenbar Differenzen mit Projektentwickler Horst Alexander Spitzkopf. Der will die Planung abspecken — mit Reiser ist das "nicht zu machen".

Kämpferisch und spürbar verärgert hat der Stuttgarter Architekt Bernhard Reiser gestern allen eine Abfuhr erteilt, die den Umfang seiner im vergangenen Dezember vorgestellten Planung zur Umgestaltung der Leichlinger Innenstadt verringern wollen. Ein "Abspecken" des Vorhabens, wie es unter anderem Projektentwickler Horst Alexander Spitzkopf unlängst angedeutet hatte, sei mit ihm nicht zu machen, betonte Reiser.

"Seit fünf Jahren geht das in Leichlingen hin und her. Jetzt haben wir einen tragfähigen Beschluss für ein vernünftiges Konzept — und an den werde ich mich halten", kündigte der Architekt an, der unter anderem ein großes Wohn- und Geschäftsgebäude mit Rewe, Media Markt und weiteren hochwertigen Shops über die Neukirchener Straße hinweg bauen will. Die soll dazu tiefer gelegt werden. Der Stadtrat hatte dazu im Dezember 2011 einen positiven Grundsatzbeschluss gefasst.

"Dann wird das wohl so sein"

Am 18. Juni soll Reiser, so hatte es die Stadt in der vorletzten Ratssitzung bekanntgegeben, eine aktualisierte Fassung im zuständigen Fachausschuss (BUS) vorstellen. Doch auf diesen Termin angesprochen, antwortete er gestern lediglich: "Davon habe ich auch gehört. Dann wird das wohl so sein."

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Dass es zurzeit zwischen ihm und Projektentwickler Horst Alexander Spitzkopf Differenzen gibt, bestritt er ebenfalls nicht. Spitzkopf hatte unlängst im Gespräch mit unserer Zeitung angedeutet, er habe einen Investor aus Hamburg an der Hand, der auch über eigene Architekten verfüge. Zurzeit sei man dabei, den wuchtigen Entwurf Reisers "ein bisschen abzuspecken". Ein Vorhaben, an dem sich der Stuttgarter "auf keinen Fall beteiligen" will. "Gottfroh" sei er gewesen, dass ihm der Leichlinger Stadtrat in seiner Sitzung vom vergangenen Dezember mit überwältigender Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen habe: "Das hätte er nicht getan, wenn er eine Schmalspur-Lösung gewollt hätte. Und ich habe auch nicht den geringsten Anlass, von diesem Beschluss abzuweichen."

Reiser zufolge ist "vernünftige, nachhaltige Innenstadtentwicklung" nur machbar, wenn es bei diesem Entwurf bleibt. "Ich rede nicht von einer Rewe-Ansiedlung und ein bisschen drumherum — ich rede von einer zukunftsfähigen Umgestaltung der Innenstadt", argumentierte er gestern noch einmal. Spitzkopf dagegen müsse sich fragen lassen, wofür er denn eigentlich stehen wolle.

Viermal sei der Optionsvertrag für den Grundstückstausch — das Herzstück für die Umsetzung der Planung — nun schon verlängert worden. Zurzeit sei er wieder ausgelaufen — und alle hofften, dass der Eigentümer, die Kiefer-Gruppe, ihn noch einmal verlängere.

Für Reiser ist die Situation ein Unding: "Wie lange soll das noch so weitergehen?", fragt er sich. Neben dieser Hängepartie "rutschen wir dann auch von einem Förderprogramm in das nächste."

Soviel stehe für ihn jedenfalls fest: Abgespeckt worden sei in der Vergangenheit immer wieder — mit dem Effekt, das keine Mieter mehr gefunden worden seien. "Meine Planung", versicherte der Architekt gestern, "wird ganz sicher nicht so aussehen".

(RP)