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Anwohner fordern Tempo 30 auf Moltkestraße

Ärger über Raser in Leichlingen : Anwohner fordern Tempo 30 auf Moltkestraße

Auf der Hauptausfallstraße zur Autobahn wird gerade in den Morgen- und Abendstunden gefährlich gerast. Der schmale Fußweg im Tunnel ist für Fußgänger und Radfahrer mitunter gefährlich.

Seit über 25 Jahren sind Stefan Schwarz und Dieter Bürgel Nachbarn an der Moltkestraße. Als sie vor einem Vierteljahrhundert ihre Häuser kurz vor dem Eisenbahntunnel bezogen, war die Welt zumindest verkehrstechnisch noch in Ordnung. Seither aber hat sich die Lage vor ihrer Haustür dramatisch verändert.

„Der Verkehr hat sich mindestens verfünffacht, die Moltkestraße ist für viele Pendler Hauptausfallstraße zur Autobahn“, erzählt Stefan Schwarz, und sein Nachbar ergänzt: „Wir würden hier nicht noch einmal hinziehen.“ Gerade im Bereich des Eisenbahntunnels beobachten sie regelmäßig Autofahrer, die mit hohem Tempo und teilweise gefährlichen Fahrmanövern im letzten Moment noch über die Ampel kommen wollen, bevor die auf Rot umspringt. „Da halten andere Autos vorschriftsmäßig an und werden dann noch überholt“, erzählt Schwarz. Gerade in den frühen Morgen- und Abendstunden werde dort sehr viel schneller als Tempo 50 gefahren.

Deshalb hat Stefan Schwarz am Montag im Rathaus einen Bürgerantrag abgegeben, in dem er eine uneingeschränkte Tempo 30 Zone auf der Moltkestraße zwischen der Einmündung Kaltenberg bis zur Einmündung Walter-Frese-Straße in beide Fahrtrichtungen fordert. „Wir Fußgänger, ältere Menschen mit Rollator, Schulkinder und Radfahrer fühlen uns bei der Benutzung des Tunnels stark gefährdet. Das Durchfahren mit dem Fahrrad ist aufgrund vieler rücksichtsloser Autofahrer sehr unangenehm. Man wird vor dem Tunnel abgedrängt oder im Tunnel überholt. Das Durchlaufen auf dem nur 90 Zentimeter breiten Gehweg ist auf Grund der Enge sehr gefährlich“, heißt es in dem Bürgerantrag. Eine Benutzung mit Kindern, Kinderwagen, einem Hund an der Leine und das Fahrrad geschoben sei fast nicht möglich.

Schwarz steht mit seinem Anliegen offenbar nicht allein da: Mit dem Antrag hat er eine Unterschriftenliste mit über 100 Unterstützern aus der unmittelbaren Nachbarschaft abgegeben. Auch Hans-Paul Thelen-Lessel teilt Stefan Schwarz´ Anliegen. Er ist Leiter des Wohnhauses an der Moltkestraße hinter dem Tunnel stadtauswärts, in dem Menschen mit geistiger Behinderung betreut wohnen. Thelen-Lessel hat Stefan Schwarz erzählt, dass seine Bewohner große Angst im Tunnel haben und er die Aktion deshalb unterstütze. „Schließlich sollen die Menschen mit Behinderung weiter am öffentlichen Leben in der Stadt teilhaben können“, betont er.

Durch eine Gesetzesänderung hat der Bürgerantrag mittlerweile zumindest mehr Aussicht auf Erfolg haben als früher. Paragraph 45, 1c der Straßenverkehrsordnung lässt seit geraumer Zeit zu, dass aus Gründen der Verkehrssicherheit und zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen eine streckenbezogene Geschwindigkeitsreduzierung auch auf Hauptstraßen anzuordnen ist. „Wir wollen, dass die Raserei aufhört“, fordern Stefan Schwarz und Dieter Bürgel.