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Leichlingen: Aldi kauft - endlich Geld für Precise-Mitarbeiter

Leichlingen : Aldi kauft - endlich Geld für Precise-Mitarbeiter

Der Lebensmitteldiscounter Aldi, der das Precise-Gelände Am Wallgraben erwirbt, hat sich mit dem zuständigen Insolvenzverwalter auf einen Kaufpreis geeinigt. Die einstigen Mitarbeiter sollen bald ihr Geld erhalten.

Die Geduld der ehemaligen Belegschaft des Leichlinger Präzisionsspindelherstellers Precise wird seit Jahren auf eine harte Probe gestellt. Noch immer warten die einstigen Mitarbeiter auf Geld aus der Insolvenzmasse, das ihnen zusteht. Jetzt darf sich die ehemaligeBelegschaft wieder Hoffnung machen, dass sie bald die noch ausstehenden Gelder erhält. Gestern teilte die Kanzlei des zuständigen Insolvenzverwalters Ringstmeier mit, dass das Grundstück an Aldi veräußert werden soll: "Der Kauf kann vollzogen werden", ein Kaufpreis sei vereinbart worden. Jetzt müsse besprochen werden, wieviel Geld veräußert werde.

Das Insolvenzverfahren sei jedoch noch nicht abgeschlossen, weil das Gerichtsverfahren, dass Ringstmeier 2011 beim Landgericht Köln gegen die Konzern-Mutter Fischer-Precise (Sitz in der Schweiz und den USA) eingereicht hatte, noch laufe. Die Konzern-Mutter soll angeblich wichtige Werte abgezogen haben, die der Insolvenzmasse später gefehlt hätten.

"Es besteht jedoch die Möglichkeit einer Vorabausschüttung", teilte die Kanzlei des zuständigen Insolvenzverwalters gestern mit. Der Gläubigerausschuss werde sich "in Kürze" treffen. Eine Anwältin der Kanzlei betonte jedoch, dass sich die ehemaligen Precise-Mitarbeiter noch etwas gedulden müssten. "Bald heißt nicht morgen. Wir brauchen Zeit", weil es noch Zwangsverwaltungen für das Grundstück gebe.

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2009 hatte das Leichlinger Traditionsunternehmen Insolvenzantrag gestellt. 2010 wurden Maschinen und Einrichtungsgegenstände versteigert. Im Februar 2011 wurde schließlich bekannt, Aldi wolle das Grundstück erwerben und seinen bisherigen Filial-Standort an der oberen Brückenstraße zum Wallgraben verlegen. Doch noch immer warten die einstigen Mitarbeiter auf Geld aus der Insolvenzmasse, das ihnen zusteht.

Der Bauausschuss hatte den Bebauungsplan Am Wallgraben in seiner Sitzung am 12. November beschlossen. Deutlich später als ursprünglich geplant wird damit die Umsetzung des Neubaus Am Wallgraben erfolgen. Grund für die Verzögerung war, dass die Bau- und Abrissgenehmigungen erst vor einigen Wochen erteilt wurden. Ursprünglich sollte mit dem Abriss bereits im September begonnen werden. Da der Lebensmitteldiscounter jedoch direkt an ein Wohngebiet (Am Goldberg) grenzt, mussten vor Erteilung der Baugenehmigung zunächst einige Punkte geklärt werden, unter anderem die Frage nach dem Lärmschutz.

(RP/ac)