Leichlingen: Ärger um zerstörten Rasen im Stadtpark

Leichlingen: Ärger um zerstörten Rasen im Stadtpark

Weil der Rasen im Alten Stadtpark durch den Aufbau des Karnevalszelts stark beschädigt wurde, haben mehrere Anwohner Kritik geäußert. Veranstalter Rolf Ischerland kündigte an, den Rasen auf eigene Kosten zu reparieren.

Schnee und Regen haben Veranstalter Rolf Ischerland beim Aufbau des Karnevalszelts im Alten Stadtpark das Leben schwer gemacht. Das Party-Zelt, in dem ab heute, 10 Uhr, jeck gefeiert werden kann, sollte eigentlich schon am Dienstagnachmittag komplett stehen. Das nasse Wetter verzögerte den Aufbau des Zelts jedoch erheblich: Gestern Morgen waren lediglich Zelt-Boden und Dach aufgebaut.

"Die Mitarbeiter waren am Dienstag noch bis 1 Uhr nachts im Einsatz, um das Dach anzubringen", sagte Ischerland gestern. In den frühen Morgenstunden ging es dann weiter mit dem Zelt-Aufbau. "Wenn nötig, bis tief in die Nacht, damit wir pünktlich beginnen können", kündigte Ischerland, der das Karnevalszelt in Leichlingen in diesem Jahr bereits zum fünften Mal betreibt, gestern Mittag an.

Mehrere Anwohner haben unterdessen Kritik am Zustand der Wiese im Alten Stadtpark geäußert, die am Dienstag während des Zelt-Aufbaus zeitweise einer Schlammwüste glich, weil Bagger im Zuge des Aufbaus tiefe Spuren im durchnässten Rasen hinterlassen hatten.

"Der halbe Rasen ist umgepflügt. Wie soll man das denn wieder hinbekommen?", fragte Anwohner Rainer Seuwen aufgebracht. "Der Stadtpark sieht aus wie nach einem Manöver der Bundeswehr", schrieb ein Nutzer unseres Internetportals rp-online.de.

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Die Aufregung um den Rasen sei völlig unbegründet, sagte Ischerland gestern. "Der Zustand der Wiese wird wieder hergestellt", versicherte der 66-Jährige. Nach Karneval werde man den Schaden begutachten und den Rasen wieder instandsetzen. "Im Frühjahr sieht alles wieder so aus, wie wir es vor Karneval vorgefunden haben", sagte Ischerland, der seinerseits Kritik an Hundebesitzern äußerte, die ihre Hinterlassenschaften achtlos im Stadtpark hinterließen.

Die Initiative "Rettet den Stadtpark" warf dem Veranstalter zudem vor, dass die drei Kirschbäume im Alten Stadtpark, die vor mehreren Wochen wegen Pilzbefalls gefällt worden waren (wir berichteten), dem Zelt hätten weichen müssen, damit die Lkw den Rasen befahren könnten.

Ischerland distanzierte sich gestern von den Vorwürfen: "Ich habe keine Kenntnis von der Fällung der Bäume gehabt", sagte er. "Ich lasse doch keine Bäume absägen, um davon einen persönlichen Vorteil zu haben. Das ist doch absurd", betonte der Veranstalter und ergänzte: "Das sind Hirngespinste."

Auch Walter Osmialowski hält die Vorwürfe der Initiative für aus der Luft gegriffen: "Ich habe den Pilzbefall selbst gesehen", sagte der 71-jährige gebürtige Leichlinger. Rainer Schulz kann den Ärger vieler Anwohner um das Party-Zelt nicht nachvollziehen. "Die Leichlinger wollen eine bunte Stadt, und dann beschweren sie sich, wenn mal was los ist", betonte der 62-Jährige.

(RP/rl)