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Leichlingen: Ärger um marode Murbach-Brücke

Leichlingen : Ärger um marode Murbach-Brücke

Am Montag wurde das Steingewölbe über dem Bach im Auftrag der Stadt abgerissen. Die Brücke sei nicht mehr sanierbar gewesen. Ein Ersatz ist nicht geplant. Eine Anwohnerin kritisiert die Vorgehensweise der Stadt.

Dass der Weg zu ihrem Waldstück möglicherweise künftig nasse Füße beinhalten könnte, hat Wicze Braun zufällig erfahren. Um den Jahreswechsel haben Mitglieder der Naturfreunde ihr berichtet: "Die Brücke über den Murbach in Wietsche wird abgerissen." Wicze Braun war entsetzt, zumal es auch hieß, es solle keinen Ersatz geben: "Das ist nicht nur die Zuwegung zum unteren Teil unseres Waldstücks, sondern auch die Zufahrt zu einem Wohnhaus und zu bewirtschafteten Wiesen." Als sie weitere Anlieger ansprach, seien die sprachlos gewesen, hätten von nichts gewusst, berichtet Braun.

Die Leichlingerin handelte: "Ich habe Anfang Januar Widerspruch bei der Stadt eingereicht." Darin habe sie detailliert begründet, warum eine Brücke an dieser Stelle über den Murbach vonnöten ist. "Eine Antwort habe ich bis jetzt nicht bekommen."

Stadt baut keinen Ersatz

Dafür rückten gestern Arbeiter an, die im Auftrag der Stadt begonnen haben, die Brücke, die auch Wanderer in Richtung Neuenkamp nutzen, abzureißen. Förster Karl Zimmermann hatte über den städtischen Bauhof vom Abriss erfahren, er findet es "schade, dass die Brücke wegkommt. Ich bin immer dafür, dass Wald zugänglich für Bewirtschaftung, aber auch für Erholung ist." Er könne der Stadt allerdings keinen Vorwurf machen, wenn sie in Zeiten knapper Kassen sage, sie habe kein Geld für eine neue Brücke.

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Stadtsprecherin Ute Gerhards klärte gestern den Sachverhalt auf: Die Brücke drohte einzustürzen, sie ist auch nicht mehr durch Sanierung zu retten. "Seit Ende 2010 ist sie für den Fahrverkehr gesperrt gewesen." Bei Hochwasser habe die Brücke wie ein Pfropfen gewirkt und den Wasserabfluss blockiert.

Das Gewölbebrückchen gehörte zur Hälfte der Stadt Leichlingen, zur Hälfte der Stadt Leverkusen. Die größere Nachbarstadt habe festgestellt, dass der Weg über die Brücke auf Privatgelände führt. Weil das kein öffentlicher Raum sei, sei sie nicht zuständig. Leichlingen lasse die Brücke abreißen, um der Verkehrssicherheitspflicht nachzukommen, "die Anwohner sind bei Zeiten informiert worden".

Einen Ersatz werde es nicht geben, bestätigte Ute Gerhards gestern. Eine Brücke zu einem Privatweg könne man nicht auf Kosten der Allgemeinheit errichten.

(RP/rl)