Ärger um freilaufende Hunde im Vorster Wald in Leichlingen

Landwirte verzweifeln: Ärger wegen freilaufender Hunde

Auf dem Hülserhof hetzen unangeleinte Hunde Hühner und Enten. Nun gab’s einen Ortstermin mit dem Bürgermeister.

Um es vorweg zu nehmen: 95 Prozent der örtlichen Hundebesitzer sind rücksichtsvolle Tierhalter, die ihre Vierbeiner im Griff haben und sich an den entsprechenden Stellen an Leinengebote halten. Die übrigen fünf Prozent aber sorgen dafür, dass sich Michaela und Michael Krömer vom Hülserhof am Mittwochvormittag mit Bürgermeister Frank Steffes und Landwirt Bernd Sesterhenn an die Öffentlichkeit wenden mussten. „Ich weiß langsam wirklich nicht mehr weiter“, sagte Michael Krömer. „Die freilaufenden Hunde rennen bis auf unseren Hof, hetzen unsere Hühner und Enten“, erzählte er beim Ortstermin.

Auch Pferde und Rinder würden so aufgeschreckt. Grundsätzlich ist rund um den Hülserhof kein Leinenzwang für Hunde, „aber nur, wenn sie auf die Befehle ihrer Halter hin auch gehorchen“, betonte Bürgermeister Steffes. Doch die Vierbeiner seien ihren Menschen bei den Spaziergängen rund um den Vorster Wald oft hunderte Meter voraus. Das angriffslustige Verhalten schadet dabei nicht nur den Bauernhof-Tieren oder den Rindern auf den benachbarten Wiesen. „Was passiert denn, wenn die aufgescheuchten Tiere auf der nahen ICE-Strecke stehen?“, skizzierte Michael Krömer eine weitere Gefahrenlage.

Doch die Hunde, deren Halter die Problematik häufig entweder nicht erkennen oder die Verantwortung nicht bei sich sehen, sorgen nicht nur mit ihren Attacken auf andere Tiere für Ärger. Verrichten sie ihre Notdurft auf den Feldern der Bauern, landet der Kot schnell im Futter der Nutztiere. „Eine tragende Kuh kann durch die Parasiten und Viren verkalben“, nannte Sesterhenn ein Risiko. „Wenn die Hunde über ein abgemähtes Feld rennen, bin ich der Letzte, der was sagt“, betonte Michael Krömer. Aber oftmals könnten die Menschen junge Wintergerste gar nicht mehr von Gras unterscheiden und ließen ihre Vierbeiner sich auf den Feldern austoben.

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Doch was tun? „Wir wollen Öffentlichkeit für das Thema schaffen und immer wieder auf das Problem hinweisen“, sagte Stadtchef Steffes. Im Gegensatz zu Langenfeld gibt es in Leichlingen keine generelle Anleinpflicht, weil die Stadt laut Bürgermeister zu wenige offizielle Freilaufflächen hat. Der Rat der Nachbarstadt hatte entschieden, dass die Tiere im gesamten Stadtgebiet an der Leine zu führen sind. Zum Ausgleich hat die Stadt Freilaufflächen geschaffen.

Dennoch betont auch Steffes, dass die Hunde nur dann außerhalb von Ortschaften und Naturschutzgebieten frei laufen dürfen, wenn sie gehorchen. „Es hat zuletzt vermehrt Beschwerden über Hundehalter gegeben“, berichtete der Stadtchef aus der Verwaltung, die aber nur im Rahmen des geltenden Rechts agieren könne.

Krömers versuchen derweil, sich selbst zu helfen. Sie haben an den Zäunen rund um den Hülserhof Zettel aufgehängt: „Achtung, Hoftiere, Hunde BITTE anleinen! Danke“, heißt es darauf. Bleibt abzuwarten, ob sich die richtigen Hundehalter durch diese Hinweise angesprochen fühlen.

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