Abendliche Zeitreise durch Leichlingen

Erinnerungen : Abendliche Zeitreise durch die Blütenstadt

Quartierstreff lädt zu einem abendlichen Rundgang durch Leichlingen. Teilnehmerinnen erinnern sich, wie es früher war.

Zu einem gemeinsamen Abendspaziergang durch das alte Viertel der Stadt brachen am Samstag sieben neugierige Leichlingerinnen auf: In eineinhalb Stunden nahm Christine Neu bei gemütlichen Tempo die Teilnehmerinnen mit auf eine Zeitreise durch die Blütenstadt.

Der Quartierstreff hatte zum Abendflanieren durch die Stadt eingeladen. Sieben Damen im besten Alter hatten sich vor der Einrichtung an der Gartenstraße eingefunden und schauten sich vor der Tür neugierig um. Wo sie die Tour wohl hinführen würde? Das wusste nur Christine Neu, die den gemeinsamen Spaziergang vorbereitet hatte. „Wenn wir im Urlaub sind und einen neuen Ort besuchen, schauen wir ganz anders auf die Dinge“, sagte Neu. Beim gemütlichen Flanieren sollte der Blick für die Schönheit der eigenen Stadt erneut geschärft werden.

Die Damen zogen los, die Gartenstraße entlang in Richtung Mittelstraße. „Hier waren früher zwei Kinos“, bemerkte eine Dame, die sich offensichtlich die alten Bilder von damals vor dem inneren Auge aufrief. Zwei alte Gastwirtschaften, erzählte eine andere Teilnehmerin, waren damals ebenfalls an dieser Stelle beheimatet. Plötzlich schienen sich auch die anderen Spaziergängerinnen daran zu erinnern. „Es hat sich schon sehr viel verändert“, entfuhr es Christa Bialas, die aufmerksam lauschte, was die anderen zu berichten wussten.

Kurz vor dem Einbiegen in die Straße In der Meffert, schaute Bialas kurz auf die gegenüberliegende Straßenseite: Das Teppich- und Gardinen-Geschäft „Elspas“ hatte ihre Aufmerksamkeit geweckt. „Das ist eines der ältesten Läden Leichlingens. Da sitzen immer noch zwei ältere Damen und halten das Geschäft am Laufen.“

In der Brunnenstraße hingegen erzählte Ursula Kläs, dass in einem der alten Fachwerkhäuser vor vielen Jahrzehnten eine Sägerei untergebracht war. Die fortführende Straße Am Hüpplingsgraben, erzählte wiederum Christine Neu, heiße so, weil bei Hochwasser die Wupper die Straße überschwemmte und dort die Menschen über den Graben hüpften.

Der Weg führte die neugierige Expedition weiter an den Schulen entlang, wo einst die alte Färberei Römer und das alte Rathaus stand, in dem eine der Teilnehmerinnen früher arbeitete. Im Park zeigte Neu mitgebrachte Fotos dieser Stelle: sehr junge und schmächtige Bäume waren darauf zu sehen. Bialas zeigte Überraschung und Freude zugleich, darüber, wie sich die Bäume in den Jahren zu prächtigen „Kawenzmännern“ entwickelt haben. An der alten Bootsanlegestelle legten die Frauen eine kleine Rast ein, tauschten sich aus, schauten die mitgebrachten Fotos an.

Langsamen Schrittes ging es an der Wupper entlang zurück auf die Marktstraße. „Mir hat es sehr gut gefallen“, sagte Kläs am Ende der Route. So einen Spaziergang hätte sie nie alleine unternommen „und in der Gruppe lernt man immer wieder neue Leute kennen.“

Mehr von RP ONLINE