40 Musiker der Kantorei Leichligen spielen auf

Kantorei Leichlingen : 40 Musiker lassen die Posaunen klingen

Die Bläser der Kantorei Leichlingen traten gemeinsam mit der Kölner Kapelle Heilix Blechle auf und spielten Werke aus mehreren Jahrhunderten.

Was für ein Sound! Fast 40 Blechbläser eröffneten das erste Blas-Konzert der Leichlinger Kantorei am Sonntagnachmittag. Der Posaunenchor hat nicht nur eine lange Tradition in der Gemeinde, es werden auch immer wieder junge Menschen an die Instrumente herangeführt. Aber so viele waren es noch nie. Das vermutete selbst Matthias Müller, der die Leichlinger Kantorei-Bläser leitet.

Zu Gast war der Posaunenchor Heilix Blechle aus Köln-Dellbrück, in deren Kirche das gleiche Programm bereits am Samstag aufgeführt wurde.  Und das begann zunächst festlich und strahlend mit einem Madrigal von Hans Leo Hassler. Am Ende kamen alle Mitwirkenden noch einmal auf die Zeit der Renaissance zurück. Doch dazwischen gab es große Zeitsprünge bis in die Gegenwart, von beiden Ensembles im Wechsel.

Tobias Wember, der junge Leiter des Dellbrücker Posaunenchores, hat selbst Jazzposaune studiert. Ein Beispiel stand auch auf dem Programm. Ein Stück mit vorwiegend ruhigem Charakter mit dem Titel „Exaggerated“, was man mit „Übertrieben“ übersetzen kann.

Heilix Blechle entführte die Besucher kurz in den Markusdom von Venedig, wo Giovanni Gabrieli Organist war und vielleicht auch seine „La Spiritata“ aufgeführt hat. Und übersprang gleich 400 Jahre, um eine neue Choralpartita des 1971 geborenen Traugott Fünfgeld anzuschließen. „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ gehöre in Dellbrück traditionell zum ersten Konzert im neuen Jahr, erklärten die Gäste, allerdings in wechselnden Arrangements. Und sie hatten noch ein flottes freies Stück dabei: „Krawuzikapuzi“ von Leonhard Paul. „Heilix Blechle“ habe auf jeden Fall die originellsten Titel zu dieser Kooperation beigetragen, räumte Müller in seiner Moderation ein.

Die Leichlinger mit ihrem braven Etikett „Bläser der Kantorei“ revanchierten sich mit besonderem Engagement und Präzision. Zum Beispiel mit einem spritzig und frisch gespielten Werk über den Choral „Nun danket alle Gott“ des Kirchenmusikers und -komponisten Oskar Gottlieb Blarr, von dem ihm leider nur dieses eine Werk für Posaunenchor bekannt sei, bedauerte Matthias Müller, und: „Schade, des sollte mehr geben.“ Dieser Meinung konnten sich die Zuhörer sehr wohl anschließen. Mit weichem Sound setzten die Leichlinger die Bach’sche Variante des Chorals dagegen, um sich dann ganz auf Komponisten des 20. Jahrhunderts zu konzentrieren. Eindrucksvoll klang die „Antiphon“ von Anton Bruckner, die jeweils mit einer schlichten Solozeile einer Posaunistin auf der Empore begann und von allen Bläsern gemeinsam beantwortet wurde.

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