Leichlingen: 130 junge Musiktalente zu Gast in Leichlingen

Leichlingen: 130 junge Musiktalente zu Gast in Leichlingen

"Jugend musiziert" war erstmals seit zehn Jahren wieder in der Stadt.

Souverän wirkte der Gitarrenvortrag des zwölfjährigen Sören aus Rösrath. Wie aufgeregt der Jüngste seiner Altersklasse tatsächlich war, ließ er sich beim 55. Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" nicht anmerken. Während sich die Musikschule Leverkusen zeitgleich als Gastgeber für die Region Bergisches Land beteiligte, war der "Wanderzirkus" erstmals nach mehr als zehn Jahren wieder in Leichlingen angekommen. Insgesamt 130 junge Musiker aus dem Rheinisch-Bergischen- und Oberbergischen Kreis stellten sich dort dem Votum der Juroren. Im Bürgerhaus Am Hammer musizierten die jungen Gitarren- und Querflötenspieler, im Evangelischen Gemeindehaus die Holzbläser und in der Aula die Blechbläser.

Leichlingen biete ideale Voraussetzungen, betonte Projektleiterin Beate Temper. Auch, weil sich Spieler bei Begegnungen in der Mensa austauschen und feststellen könnten, sie seien nicht die einzigen "Exoten", die noch Instrumente wie Block-, Querflöte oder Gitarre statt Saxophon, E-Gitarre oder Drums beherrschten. Dahinter stecke "viel Arbeit und hohe Konzentration." All das habe leider seinen hohen Stellenwert in der Gesellschaft verloren.

Das gilt nicht für die Musiklehrer, die als Juroren fungierten und so ausgesucht wurden, dass sie keinesfalls auf eigene Schüler treffen konnten, wie Fritz Herweg, Mitglied im Regionalausschuss und Musikschulleiter in Bergisch Gladbach beschrieb. Wera Vis, stellvertretende Musikschulleiterin in Leichlingen: "Hier geht es ganz klar um Leistung und die Beurteilung, welcher Bewerber so gut ist, dass er sich mit anderen Teilnehmern messen kann."

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Ob Sören die Juroren überzeugen konnte und die Empfehlung für den Landeswettbewerb erhalten würde, stand erst Stunden nach seinem Vortrag fest. Jedenfalls war er froh, dass er rechtzeitig ankam, weil er versehentlich zur Musikschule Bergisch Gladbach gefahren war. "Eigentlich wollte ich E-Gitarre spielen", schilderte der Junge, nachdem er innerhalb von 13 Minuten sieben verschiedene Melodien gezupft hatte. Inzwischen sei er von der klassischen Gitarre überzeugt. Sollte er beim ersten Wettbewerb dieser Art nicht weiter kommen, würde die Welt für ihn nicht untergehen. "Für mich zählt das olympische Motto 'Dabei sein ist alles'", sagte der Gymnasiast. Er nehme es als Ansporn, um weiter zu üben.

Eine, die weiß, wie sich Sieger fühlen, ist die 16-jährige Marie Lemke aus Wiehl. Die ehrenamtliche Helferin wurde mit der Blockflöte in der Kategorie "Alte Musik" schon zweimal in Folge zur Bundespreisträgerin gekürt. "Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man gut ist", sagt sie.

(RP)