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Zwei Resolutionen in Langenfeld: Stadtrat einig bei A3-Ausbau und Erhalt der Zwar-Zentralstelle

Langenfeld : Stadtrat einig bei A3-Ausbau und Zwar

Die beiden Signale des Stadtrats an Bundes- und Landesregierung sind deutlich: Jeweils einstimmig haben die Fraktionen Resolutionen zu zwei umstrittenen Themen beschlossen..

Mit diesen beiden gemeinsamen Erklärungen fordern CDU, SPD, BGL, FDP und Grüne erstens einen Fortbestand der Zentrale für die Initiative Zwar (Zwischen Arbeit und Ruhestand); und zweitens einen Verzicht auf eine Verbreiterung der Autobahntrasse beim geplanten achtspurigen Ausbau der A3.

Zwar-Zentralstelle Vor einem Jahr hatte das NRW-Sozialmisterium mitgeteilt, dass die in Dortmund mit zurzeit neun MItarbeitern ansässige Zentralstelle Ende 2019 geschlossen werden soll. Das Ministerium argumentiert damit, dass seit dem Start der Zwar-Stelle vor 40 Jahren nur etwas mehr als 200 Gruppen in 70 NRW-Städten entstanden seien und dass Initiativen für ein gutes Zusammenleben in den Wohnvierteln eine kommunale Pflichtaufgabe sei. Doch Langenfeld gilt als Musterbeispiel dafür, dass Zwar als Bindeglied für Bürger ab etwa 55 Jahren bestens funktionieren kann.

Seit 2012 wurden nach Angaben der Ersten Beigeordneten Marion Prell mit Unterstützung des Dortmunder Teams in allen sechs Langenfelder Stadtteilen Zwar-Prozesse für zwanglose Treffen und gemeinsame Unternehmungen eingeleitet. Hunderte Langenfelder haben so schon neue Kontakte geknüpft und Gruppenerlebnisse gehabt. Gerade in der Startphase sei die Unterstützung aus Dortmund hilfreich, weil angeschriebene Bürger Einladungen der als neutral empfundenen Zentralstelle eher folgten als Briefen aus dem Rathaus. „Mit der Zwar-Zentralstelle war bereits vereinbart, in den Jahren nach 2022 weitere Zwar-Prozesse in Langenfeld anzustoßen“, betont Prell,  um auch nachwachsende Generationen der Altersgruppe 55+ einzubeziehen.

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„Gerade in Zeiten des demografischen Wandels ist das Vorhaben des Ministeriums superärgerlich, die Zwar-Zentralstelle zu schließen“, befand in der Ratssitzung CDU-Fraktionschef Jürgen Brüne.  In Langenfeld zeigten sich die Erfolge der Initiative. „Das Gros der Arbeit bleibt in den Stadtverwaltungen, aber eine Anlaufstelle ist unbedingt nötig.“ In der einstimmig beschlossenen Resolution fordern die Ratsparteien einen Erhalt der Zwar-Zentralstelle, erkennen aber auch einen Reformbedarf an.

Ausbau der A3 Ebenfalls einstimmig befürwortete der Stadtrat die Resolution zum geplanten Ausbau der Autobahn A3. Sie richtet sich gegen die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Verbreiterung der A3 zwischen dem Autobahnkreuz Hilden und Leverkusen-Opladen auf acht Fahrspuren plus zwei Standstreifen. Statt – wie geplant – entlang dieser Strecke die streng geschützten Grünflächen zu bebauen sollten nach dieser Resolution künftig in beiden Richtungen die Standstreifen als vierte Fahrspur genutzt werden. Dies ermögliche die  grundsätzlich befürwortete Achtspurigkeit mit gutem Lärmschutz,  wenigen Nothaltebuchten, Tempolimit und digitaler Verkehrslenkung. „Wir hoffen, dass sich andere Städte dieser Resolution anschließen werden“, meinte Dr. Günther Herweg. „Sie ist auch ein Signal an die neu gegründete Bürgerinitiative, dass wir deren Sorgen ernst nehmen.“ Laut Bürgermeister Schneider unterstützt auch Landrat Thomas Hendele (CDU) den Vorstoß von ihm und seinen Kollegen aus Hilden, Solingen und Leichlingen.