Langenfeld: Zum Mottojahr: So schmeckt Rumänien

Langenfeld : Zum Mottojahr: So schmeckt Rumänien

Das Langenfelder Rumänien-Jahr bietet Gelegenheit, eine bisher kaum bekannte Landesküche zu entdecken. Die Hauswirtschafterinnen der Volkshochschule machen's vor.

Mit rumänischer Küche verbinden die meisten wenig bis nichts, rumänische Restaurants sucht man meist vergeblich. Aus Anlass des städtischen Rumänien-Jahrs initiierte die RP einen Rumänien-Kochtag in der Lehrküche der Volkshochschule im Kulturzentrum. Hauswirtschaft-Azubis der VHS versuchten sich aufgrund eines neu erschienenen Rumänien-Kochbuchs (siehe Zweittext unten) an verschiedenen landestypischen Gerichten. Folgendes bereiteten die jungen Frauen zu: einen Apfel-Mais-Salat, Hühnerfrikassee mit Polenta, gefüllte Paprika und einen gedeckten Apfelkuchen.

"Die rumänische Küche bietet viel Gemüse", weiß Hauswirtschaftsausbilderin Heike Zeppenfeld. Vor allem Paprika, Tomaten und Zucchini fänden oft Verwendung. "Auf der anderen Seite fehlt dann natürlich Fleisch. Davon gibt es etwas zu wenig", findet die Ausbilderin. Das könne mit den Kosten zu tun haben. Fleisch sei früher einfach sehr teuer gewesen. Außerdem würden Paprika, Tomaten oder sogar Kohlrabi oft mit Fleisch gefüllt. "Das ist auch von der handwerklichen Seite nicht immer einfach", sagt Zeppenfelds Kollegin Birgit Hammes.

Regionale Einflüsse seien in der rumänischen Küche deutlich zu schmecken. "Diese Vielfalt an exotischen Gewürzen kommt eindeutig vom Balkan", sagt Hammes. Auf der anderen Seite gebe es aber auch Anlehnungen an die deutsche und österreichische Küche, etwa bei Hühnerfrikassee oder Apfelkuchen. Diese Vielfalt sei eine Stärke der rumänischen Küche. Egal ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder Nachtisch — für jeden ist etwas dabei.

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Besonders beeindruckt hat der Apfel-Mais-Salat. Was sehr simpel klingt, kommt auf dem Teller exotisch und erfrischend daher. Apfelwürfel, Mais und rote Zwiebeln ergeben einen leicht säuerlichen Geschmack. "Der Salat passt auch gut zu Gegrilltem", meint Hammes. "Und im Grunde ist er ganz leicht zu machen."

Mit der Polenta zum Hühnerfrikassee will sich Heike Zeppenfeld nicht richtig anfreunden. Ursprünglich war der Maisgrieß zwar günstig zu kaufen, aber schwer zuzubereiten. Unter Hitze mussten stundenlang Grieß und Salzwasser vermischt werden. Heute gibt es fertige Mischungen, die nur mit Wasser erwärmt werden müssen. "Ich habe es nur einmal probiert, es ist einfach nicht mein Geschmack", meint Zeppenfeld. Dafür ist es ihr und ihren Auszubildenden sehr gut gelungen. Der Maisgrieß ist in Rumänien Nationalgericht. Der Legende nach wurde Weizen zur Zeit der osmanischen Herrschaft besteuert, Mais hingegen nicht. So wurde Polenta oder "Mamaliga", wie er in Rumänien heißt, zu einem der gefragtesten Nahrungsmittel. Als "Essen der Armen" gilt der gelbe Grieß nicht mehr, längst hat er auch den Sprung in die Sterneküche geschafft.

Eindeutig vom Balkan kommen die gefüllten Paprika. "Wir haben hier auch ein bisschen improvisiert", gibt Zeppenfeld zu. "Es war nicht so einfach mit den Rezepten." Die halbierten Paprika sind mit gemischtem Hackfleisch gefüllt. Als Ergänzung haben die Hauswirtschaftsprofis etwas Schafskäse mit dazugegeben. "Es war auf jeden Fall gut, dass wir einen Testlauf hatten", kommentiert Birgit Hammes.

Zum Dessert präsentieren die Auszubildenden gedeckten Apfelkuchen. Dieser ist laut Hammes das Paradebeispiel für deutschen beziehungsweise österreichischen Einfluss. Dennoch merkt man dem flachen Kuchen einen rumänisch-säuerlichen Einschlag an. "Der Apfelkuchen ist uns wirklich besonders gut gelungen", sind sich die Hauswirtschaftlerinnen einig.

Generell seien viele Rezepte und Gerichte nicht einfach. Besonders Anfänger könnten schnell in Schwierigkeiten kommen. "Man kann nicht sagen: Ich fange jetzt schnell mal an", sagt Zeppenfeld. "Etwas Erfahrung, Improvisationstalent oder ein Testlauf sind durchaus sinnvoll."

Im Vordergrund stehen werden die Spezialitäten aus Rumänien auch bei der Langenfelder "Schlemmermeile" am Samstag,/Sonntag, 31. August/1. September, in der Stadtmitte.

(jim)
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