Langenfeld: Zu wenige Antworten zur A1-Brücke

Langenfeld : Zu wenige Antworten zur A1-Brücke

Bei einer Bürgerversammlung blieb der Projektleiter Antworten schuldig.

Die geplante Monsterbaustelle für die neue Leverkusener Rheinbrücke, für den kompletten Neubau des Autobahnkreuzes "Leverkusen-West" ("Spaghetti-Knoten") und für die weiteren Ausbauten von A 1 und A 3 elektrisiert offensichtlich die wenigsten Leverkusener. Dass diese Projekte für teils lange Umwege und damit längere Fahrzeiten im Bereich Leverkusen führen werden, sorgt jedenfalls nicht für volle Säle: Nur knapp 120 Teilnehmer kamen zur Informationsveranstaltung im Ratssaal, auf der Projektleiter Christoph Jansen (Autobahnbehörde Straßen.NRW) zu den geplanten Vorhaben referierte. Die Fraktion Bürgerliste hatte die Veranstaltung beantragt.

Rheinbrücke und die so genannte Stelzenautobahn sind nach Gutachteraussagen so marode, dass eine Sanierung wirtschaftlich unsinnig ist beziehungsweise technisch auch unmöglich erscheint. Die Küppersteger im Bereich der A1-Stelze fordern seit Bekanntwerden der Neubaupläne das Verlegen der A1 in einen Tunnel. Politik und Stadtspitze unterstützen die Forderung. Ob der Bund die achtspurig vorgesehene Autobahn tatsächlich in die Tiefe versenkt, darauf gibt es immer noch keine Antwort: "Die notwendige Machbarkeitsstudie liegt uns erst Mitte des Jahres vor", berichtete Jansen. Der Projektleiter betonte, dass es noch keine Variantenvorentscheidung gebe: "Hochlage (also Stelze) oder die Tieflage mit Teilabdeckung (Wirkung wie ein Tunnel) würden untersucht. Vor dem Neubau der Stelzenfahrbahnen werde auf jeden Fall die Rheinbrücke gebaut. Bestätigt hat er dafür den Zeitplan: Die erste Brückenhälfte soll "voraussichtlich" 2017 bis 2020 gebaut werden. Die zweite Hälfte folgt "voraussichtlich" zwischen 2020 und 2023.

Die Bürgerlisten-Vertreter nutzten die Veranstaltung als Forum, um ihre Forderung nach einem Tunnel zwischen Köln-Niehl und Leverkusener Autobahnkreuz zu betonen. Bei einem solchen Tunnel fielen aber die Abfahrten zur A 59 und in Richtung Rheinallee weg, sagte Jansen. Dies würde bedeuten, dass pro Tag 47 000 Fahrer sich andere Weg suchen müssten. Gutachter befürchten Schleichwegfahrten durch Leverkusen-Mitte und Langenfeld-Reusrath.

(RP)