Langenfeld/Monheim: Zahl der Autodiebstähle stark gestiegen

Langenfeld/Monheim : Zahl der Autodiebstähle stark gestiegen

Polizei: Es gibt offensichtlich einen Absatzmarkt für immer wieder wechselnde Fahrzeugtypen. Banden sind am Werk.

In Langenfeld hat die Polizei zuletzt stark gestiegene Zahlen von Autodiebstählen veröffentlicht. Nach der jüngsten Kriminalitätsstatistik wurden 2013 im Stadtgebiet 43 Autos entwendet — fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor (22). "Das liegt vor allem an zwei Serien", sagt Polizeisprecher Ulrich Löhe. Zunächst hatten es die Täter vor allem auf Kleinlastwagen vom Typ Mercedes-Sprinter abgesehen, später dann auf SUV genannte Komfort-Geländewagen. "Kein einziger dieser in Langenfeld und Monheim gestohlenen Sprinter oder SUV ist bislang wieder aufgetaucht — trotz internationaler Fahndung." In Monheim waren 2013 insgesamt 18 Autos gestohlen worden, acht weniger als im Jahr zuvor.

Und die Serie hält an. So wurde in den vergangenen Wochen in Langenfeld an der Margarethenstraße ein BMW-Geländewagen X 5 im Wert von rund 70 000 Euro entwendet und auf dem Kämpchen ein Toyota Land Cruiser im Wert von 50 000 Euro. "Da auch diese Fahrzeuge weiter verschwunden sind, haben wir keinen Erklärungsansatz zu den Tätern und deren Vorgehensweise", sagt Löhe. Aber durch Kontakte zu anderen Polizeibehörden werde deutlich, "dass es offensichtlich einen Absatzmarkt für immer wieder wechselnde Fahrzeugtypen gibt".

Zurzeit gehöre der BMW X 5 zu den deutschlandweit am meisten gestohlenen Autos, meint Löhe mit Hinweis auf eine Statistik der Zentralversicherer. Zwar gehörten Wegfahrsperren bei ihm wie auch bei anderen SUVs zum Standard. "Aber offensichtlich gibt es Spezialisten, die es trotzdem schaffen, solche gesicherten Autos zu stehlen. Wie solche Täter bei den Fällen in Langenfeld und Monheim vorgegangen sind, können wir nicht sagen, solange die Fahrzeuge nicht gefunden werden." Löhe wundert sich, dass die rechtmäßigen Eigentümer der teuren Geländewagen zwar viel Geld in eine luxuriöse Ausstattung stecken, doch an den Warnanlagen und Sicherheitsvorkehrungen sparen. "Technisch mögliche Ortungssysteme werden ganz selten geordert, die Stereoanlage ist wohl wichtiger." Zudem rät der Polizeisprecher davon ab, einen teuren Wagen an der dunkelsten Straßenecke abzustellen.

Ungeklärt ist weiterhin auch die Diebstahl-Serie, bei der im vergangenen Herbst binnen weniger Wochen in Langenfeld und Monheim sieben Sprinter-Kleinlastwagen gestohlen worden waren. Meist waren sie in Gewerbegebieten oder in der Nähe geparkt, als die Diebe zuschlugen. Der Mercedes-Sprinter sei eines der meistgestohlenen Fahrzeuge in Deutschland, weiß Polizeisprecher Frank Sobotta. Oft würden die Wagen von professionellen Banden gezielt gestohlen, um sie dann meist ins osteuropäische Ausland zu bringen und sie dort zu verkaufen oder um sie auszuschlachten.

Nicht nur die hohe Geschwindigkeit der Sprinter erschwert nach Sobottas Worten die Fahndung, sondern auch der Umstand, dass der nächtliche Diebstahl eines Firmenfahrzeugs in der Regel erst am nächsten Morgen oder gar erst nach dem Wochenende bemerkt werde. Zudem sei bei mindestens drei der in Langenfeld und Monheim gestohlenen Transporter der Zulassungsschein mit an Bord gewesen, so dass die Täter bei einer etwaigen Polizeikontrolle irgendwo in der ferne keinen Verdacht erregt hätten.

(RP)
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