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Wochenkolumne Langenfeld Monheim: Corona-Formular ist kein Selbstzweck

Zugabe Unser Senf zum Wochenende : Corona-Formular ist kein Selbstzweck

Die Nervosität rund ums unsägliche Coronavirus ist zum Ferienende spürbar. Noch sind in der Region die Infektionszahlen trotz Urlaubsrückkehrern nicht in die Höhe geschnellt.

Für Freitag meldete das Kreisgesundheitsamt insgesamt sechs Covid-19-Kranke in Langenfeld, neun in Monheim und 107 im gesamten Kreisgebiet. Aber das kann sich allein schon wegen der jetzt sprunghaft ansteigenden Zahl von Corona-Tests rasch ändern. Reiserückkehrer, Lehrer und Erzieher können sich gratis und freiwillig auf eine mögliche Infektion hin untersuchen lassen. Für Heimkehrer aus einem Risikogebiet ist der Test ein Muss. Und schon befürchten Mediziner ein riesiges Organisationsproblem für die testenden Arztpraxen.

Verheerend wäre ein neuerlicher Lockdown, hatte Langenfelds Erste Beigeordnete Marion Prell Mitte Juli einen Appell zu Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein in Bezug auf die Pandemie begründet. Nur wenige Tage später steckten sich bei einer Hochzeitsfeier etliche Langenfelder und Monheimer an. Und plötzlich hatte der Kreis Mettmann mit 24,5 bundesweit die zweithöchste Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, nach der sich (ab 50) ein möglicher regionaler Lockdown bemisst. Die Inzidenz ist im Kreisgebiet bei aktuell 12,8 seit Tagen stabil. Und es ist zu hoffen, dass nach dem positiv auf das Coronavirus getesteten Kleinkind in einer Langenfelder Flüchtlingsunterkunft die 51 am Freitag untersuchten Mitbewohner gesund sind.

Klar ist, dass Abstand, Hygiene und Atemschutzmaske weiter unser aller Alltag bestimmen. Es gilt, sich rücksichtsvoll zu verhalten, Infektionsketten zu durchbrechen. Deswegen sind die von Gästen der Gastronomie auszufüllenden Formulare kein Selbstzweck, sondern unabdingbar. Genau wie die Überwachung der Corona-Vorschriften – und bei Verstößen gegebenenfalls saftige Strafen.